Die Eintracht gewinnt den Test gegen Sandhausen mit 2:1. Darüber hinaus sammeln viele Akteure Spielpraxis und das Trainerteam taktische Erkenntnisse.

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Ausgangssituation: Training plus

In etwa halber Kaderstärke bedeutete das Aufeinandertreffen mit dem Zweitligisten die sinnvollste Form eines Mannschaftstrainings in gesteigerter Intensität. Taktische Ideen konnten auf Großfeld getestet, Spielern mit zuletzt weniger Einsatzzeit eine Bewährungschance ermöglicht werden.

Personal: Neues System

Vom Stamm der Vorwochen blieben einzig Danny da Costa und Makoto Hasebe in der ersten Elf. In der Startformation stach neben der Nominierung von vier A-Junioren vor allem die taktische Anpassung von der gängigen Dreier- hin zu Viererkette ins Auge. Adi Hütter ließ seine Mannen im 4-4-1-1 antreten.

Mit Mut zur Lücke

Die Grundformation gestaltete sich bei gegnerischem Ballbesitz oftmals auch im 4-4-2, das die Adler nach Möglichkeit sehr offensiv und aggressiv interpretierten. Bei Ballgewinn ging es schnurstracks in die Spitze, wie beim ersten Führungstreffer, als Dominik Kohr auf den durchgestarteten Erik Durm chippte, der auf Jip Molenaar querlegte, welcher aus nächster Nähe zum 1:0 einschob (10.). In der Folge entwickelte sich ein munterer Herbstkick, bei dem beide Seiten nicht vollends lückenlos verteidigten. Der Ausgleich des von der Strafraumkante trocken abschließenden Philipp Klingmann war Mitte der ersten Halbzeit nicht unverdient (23.). Im Gegenzug fasste sich Kohr aus dem Hinterhalt ein Herz, fand aber in Rick Wulle seinen Meister (24.). Wiederum nur zwei Zeigerumdrehungen später konnte sich Felix Wiedwald gegen den allein vor ihm auftauchenden Aziz Bouhaddouz auszeichnen (26.). Nach einer halben Stunde war es erneut eine jener forschen Verteidigungsaktionen in vorderster Front, die die die erneute Führung provozierte, als Kohr eine Gegenpressingaktion nutzte, um Abdulkerim Cakar zu bedienen, woraufhin sich der zweite U19-Junior nicht lange bitten ließ (32.).

Comeback von de Guzman

So kurz die kaum achtminütige Halbzeitpause dauerte, ließen Chancen nach dem Seitenwechsel lange auf sich warten. Die erfreulichste Botschaft war denn auch die Einwechslung von Jonathan de Guzman nach einer Stunde. Es war gewissermaßen das Comeback für den Niederländer nach über zweimonatiger Verletzungspause. Ansonsten stand vor allem der erste nach der Pause eingewechselte Adler, Jan Zimmermann, im Fokus, als er binnen weniger Augenblicke zwei Mal seinen Mann stand (68., 69.). Auf der Gegenseite verströmten nochmal Cetin (79./pariert) und Durm (80./vorbei) etwas Gefahr, insgesamt war nach dem Seitenwechsel aber Sandhausen dem Ausgleich näher als Frankfurt der Vorentscheidung. Die letzte Aktion gehörte Timothy Chandler mit einem feinen Distanzschlenzer (89.).

Fazit: Gelungener Praxistest

Zugegebenermaßen hat niemand die Sterne vom Himmel gespielt, worauf es am Donnerstagnachmittag aber auch nicht ankam. Die Eintracht zog individuellen Nutzen (Spielpraxis) und kollektive Erkenntnisse (System) aus dem Härtetest. Am morgigen Freitag folgt das morgendliche Auslaufen am Tag nach einem Spiel, ehe sich die Adlerträger guten Gewissens ins freie Wochenende verabschieden dürfen.

So spielte die SGE

Wiedwald (46. Zimmermann) - Durm, Hasebe, Otto, Chandler - da Costa, Kohr (62. Cetin), Torró, Finger (62. de Guzman) - Cakar - Molenaar (62. Zorn).

Tore

1:0 Molenaar (10.)
1:1 Klingmann (24.)
2:1 Cakar (32.)

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