Die Eintracht nutzt ihre Chancen nicht und scheitert als Titelverteidiger schon in der ersten Runde des Pokalwettbewerbs an Regionalligist SSV Ulm 1846 mit 1:2 (0:0).

180818jhulmsge045 Mijat Gacinovic scheitert auch in dieser Szene knapp.

Der Titelverteidiger ist raus. Eintracht Frankfurt hat sich am Samstagnachmittag in Ulm überraschend aus dem DFB-Pokal verabschiedet. Nach einem Frankfurter Chancenplus in der ersten Halbzeit verschaffte sich der Regionalligist mit zwei simplen Toren durch Kienle (48.) und Lux (75.) ein kleines Polster. Der 1:2-Anschlusstreffer durch Neuzugang Paciencia (90.) fiel zu spät.

Ausgangssituation: Vertauschte Rollen

Während die Spatzen nach dem vierten Spieltag ungeschlagen die Regionalliga Südwest anführten, lag die Pflichtspielpremiere für die Adlerträger gerade eine Woche zurück. Hatte die Eintracht am vergangenen Sonntag beim Supercup als Außenseiter gegen Titelverteidiger Bayern München noch den Kürzeren gezogen, waren die Rollen im Donaustadion vertauscht. Frankfurt bestritt die erste Runde als amtierender DFB-Pokalsieger, während der SSV Ulm als Viertligist überhaupt nichts zu verlieren hatte und befreit das historische Spiel anging.

Personal: Chance für Jovic

Im Vergleich zum Supercup beließ es Cheftrainer Adi Hütter bei einer Änderung und beorderte mit Luka Jovic für Marco Fabian einen zusätzlichen Stürmer neben Sébastien Haller. Dahinter agierte Mijat Gacinovic als offensiver Freigeist, der sich situativ ins zentrale Mittelfeld fallen ließ. Die Doppelsechs und Abwehrfünferkette blieben ebenso unangetastet wie Torhüter Frederik Rönnow.

Erste Halbzeit: Ulm mit Mut und Ortag

Der Sommerneuzugang im SGE-Tor zeigte sich von Beginn an hellwach. Die Partie war kaum 30 Sekunden jung, als die Hausherren an der Mittellinie das Leder eroberten, Lennart Stoll aus halbrechter Position ansatzlos abzog und der WM-Fahrer aus Dänemark das Spielgerät mit den Fingerspitzen noch über die Latte lenken konnte. Überhaupt spiegelten sich Eingespieltheit und Selbstvertrauen der Donaustädter in einer forschen Anfangsphase wider. Nach einer Viertelstunde reicherten die Hessen ihren Ballbesitz allmählich mit zielstrebigeren Angriffsaktionen an. Prompt sprang die erste Möglichkeit heraus, als Gacinovic aus der zweiten Reihe SSV-Schlussmann Christian Ortag auf die Probe stellte (14.). Zwar blieben die Schwaben gerade nach Standards immer für einen Abschluss gut, doch spätestens ab Mitte des ersten Durchgangs hatte die Eintracht das Geschehen im Griff. Dank Kontrolle im Zentrum und Schwung über die Flügel war die Führung bis zur Pause förmlich greifbar. Speziell die Hereingaben von Danny da Costa sorgten reihenweise für Alarm, doch erst scheiterte Jetro Willems an Ortag (26.), dann Jovic am Pfosten (37.). Der Serbe hatte nach einem Steilpass Makoto Hasebes und anschießendem Lupfer den Torschrei schon auf den Lippen, stand aber hauchzart im Abseits (40.) und fand in der Nachspielzeit wiederum in Ortag seinen Meister (45. + 1).

Zweite Halbzeit: Standard, Konter, 0:2

Keine drei Minuten nach dem Seitenwechsel stand die Auseinandersetzung plötzlich Kopf, als eine Freistoßhereingabe im zweiten Versuch zu Sebastian Kienle prallte und dieser das Leder aus nächster Nähe über die Linie stocherte (48.). Nachdem sich die Adlerträger kurz geschüttelt hatten, drückten sie wieder verstärkt aufs Tempo und ihren Kontrahenten immer tiefer in die eigene Hälfte. Dem Ausgleich am nächsten war zunächst Lucas Torro, der eine Freistoßhereingabe Jonathan de Guzmans gegen den linken Pfosten köpfte (65.). Keine zehn Zeigerumdrehungen darauf tauchte Jovic nach einem Zuspiel Gacinovics frei vor Ortag auf, unterlag jedoch im Eins-gegen-eins-Duell (74.). Quasi im Gegenzug das 0:2 durch Vitalij Lux, der bei einem Konter nicht aufzuhalten war und im Fallen ins lange Eck traf (75.). In der Folge arbeiteten sich die Gäste zwar aufopferungsvoll immer näher vor das gegnerische Gehäuse, Abschlüsse blieben aber überwiegend Mangelware beziehungsweise gerieten zu ungenau, ehe sich die ausnahmslos offensiven Einwechslungen von Trainer Hütter bezahlt machten, als Goncalo Paciencia eine Eckballhereingabe Danny Blums zum Anschlusstreffer in die Maschen köpfte (90.). Nach einer hektischen vierminütigen Nachspielzeit war das Pokalaus besiegelt.

Fazit: Überlegen und überrumpelt

Die Eintracht hatte gerade in der ersten Halbzeit alle Möglichkeiten, die Weichen auf Sieg zu stellen. Nachdem der mutige Außenseiter mit zwei denkbar simplen Mitteln – einem Standard und einem Konter – auf 2:0 davongezogen war, bissen die Adler lange auf Granit. Die Einwechslungen brachten nochmal Schwung, der Anschlusstreffer letztlich zu spät.

So spielte die SGE

Rönnow - da Costa, Abraham, Hasebe, Salcedo (78. Müller), Willems (70. Blum) – de Guzman, Torro (83. Pacienca) - Gacinovic - Haller, Jovic.

Tore

1:0 Kienle (48.)
2:0 Lux (75.)
2:1 Paciencia (90.)

  • 0'
    Anpfiff Icon
    Anpfiff
  • 37'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Carlos Salcedo
  • Halbzeit Icon
    Halbzeit
  • 48'
    SSV Ulm 1846 Fußball
    Goal Tor
    Steffen Kienle
  • 63'
    SSV Ulm 1846 Fußball
    Switch Wechsel
    Marcel Schmidts für Ardian Morina
  • 65'
    SSV Ulm 1846 Fußball
    Card yellow Gelbe Karte
    Luigi Campagna
  • 70'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Danny Blum für Jetro Willems
  • 75'
    SSV Ulm 1846 Fußball
    Goal Tor
    Vitalij Lux
  • 79'
    SSV Ulm 1846 Fußball
    Switch Wechsel
    David Braig für Vitalij Lux
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Nicolai Müller für Carlos Salcedo
  • 82'
    SSV Ulm 1846 Fußball
    Switch Wechsel
    Lukas Hoffmann für Steffen Kienle
  • 83'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Goncalo Paciencia für Lucas Torro
  • 84'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Makoto Hasebe
  • 89'
    SSV Ulm 1846 Fußball
    Card yellow Gelbe Karte
    Lennart Stoll
  • 90'
    Eintracht Frankfurt
    Goal Tor
    Goncalo Paciencia
  • 91'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Goncalo Paciencia
  • 96'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Mijat Gacinovic
  • 96'
    Abpfiff Icon
    Abpfiff
Teilen
Funktionen