Die Eintracht verliert 0:2 gegen Mainz und kann vor dem 34. Spieltag noch nicht für Europa planen. Ujah besiegelt die Niederlage (53., 57.).

Csm 190512jhsgemz040 beb6aba278 Ante Rebic war in der ersten Halbzeit meist nur durch ein Foul zu bremsen, nach der Pause ließ auch der Kroate nach

Der Siegeswille war den Hausherren mit jeder Phase anzumerken, Durchschlagskraft entwickelten sie aber nur vor der Pause. Die Gäste hielten ambitioniert dagegen und bestraften sich auftuende Lücken konsequenter als die Eintracht.

Ausgangssituation: Steilvorlage nutzen

Die dem Halbfinalrückspiel geschuldete Spielverlegung auf Sonntagabend hatte den komfortablen Nebeneffekt, mit dem Wissen um die übrigen Ergebnisse den 33. Spieltag abschließen zu können. Nach den Patzern von Leverkusen (1:1 gegen Schalke) und Wolfsburg (0:3 gegen Stuttgart) war klar, dass nach menschlichem Ermessen ein Punkt zumindest Platz sechs sichern würde. Die seit sieben Auswärtsspielen punktlosen Mainzer bewegten sich tabellarisch jenseits von Gut und Böse.

Personal: Hiobsbotschaft für die Helden

Die Euphorie in und um die restlos ausverkaufte Commerzbank-Arena herum erhielt zwei Stunden vor dem Anpfiff mit der Botschaft von Sebastian Rodes Knorpelschaden einen jähen Dämpfer. Für den Mittelfeldmotor begann mit Gelson Fernandes eine vergleichbare Pferdelunge auf der Doppelsechs neben Makoto Hasebe. Ansonsten ließ Adi Hütter die tragischen Europapokalhelden von London in identischer Besetzung von der Leine. Mit dem kleinen Unterschied, dass Mijat Gacinovic mehr als zentraler Zehner anstatt als Achter in den Halbräumen agierte.

Kein Versteckspiel

Die von der ersten Sekunde von den Fans frenetisch nach vorne gepeitschten Adler waren insgesamt das aktivere Team, aber auch die Gäste vom Rhein versteckten sich nicht und suchten ihrerseits nach Ballgewinnen den direkten Weg vors Tor. Zu diesem Zweck verwickelten sich die Kontrahenten in einige packende Zweikampfduelle. Ab und an waren die Hessen aber einen Tick zu schnell beziehungsweise durchsetzungsstärker wie Kostic, als er sich über seine linke Seite durchtankte und den an den kurzen Pfosten eingelaufenen Danny Da Costa bediente. Die Direktabnahme des rechten Flügelläufers ging daneben (6.). Ein weiteres Mal war Kostic wieder nicht zu halten, flankte auf den komplett freistehenden Ante Rebic, doch der Volleyschuss des Kroaten zischte über das Gehäuse (18.). Nach einer halben Stunde fand eine Hereingabe des Serben Landsmann Luka Jovic, der knapp über den Kasten köpfte (32.). Auf der anderen Seite war Kevin Trapp gegen zwei stramme Schüsse von Danny Latza (9.) und Jean-Philippe Mateta (39.) zur Stelle. Beim abgefälschten Distanzversuch von Pierre Kunde wäre der Torhüter aber geschlagen gewesen, doch die Richtungsänderung des Spielgerätes führte nur zur Ecke (21.).

Ujah zieht den Stecker

Der griffige Eindruck der ersten Halbzeit sollte sich nach dem Seitenwechsel vom einen auf den anderen Moment in Luft auflösen. Erst behauptete Mateta Körper wie Ball und servierte für Anthony Ujah, der zum Rückstand einschob (53.). Dann scheiterte Mateta mit einem Kopfball an Trapp (55.), ehe Jean-Philippe Gbamin im Strafraum freies Geleit erhielt und quer legte auf Ujah, der mit dem 0:2 förmlich den Stecker zog (57.). Nachdem der Doppeltorschütze nach einem verlorenen Mittelfeldduell des Gastgebers und anschließender Mainzer Verlagerung völlig blank stehend den Hattrick verpasst hatte, reagierte Adi Hütter auf die Blitz-Lethargie und wechselte mit Sébastien Haller und Jonathan de Guzman für Simon Falette und Gelson Fernandes zusätzliche Offensivpower ein. Es waren die Impulse zur rechten Zeit. Mit Doppelacht und Dreiersturm bliesen die Frankfurter zur Aufholjagd, allein der Wille war größer als die Genauigkeit, sodass den Bemühungen die nötige Durchschlagskraft abging. Ein gehaltener Schuss aus dem Hinterhalt von de Guzman (84.) und ein verzogener Abschluss Kostics (85.) blieben die einzigen Torchancen im zweiten Durchgang.

Fazit: Mainz konsequenter

Die Möglichkeit auf mindestens einen Zähler war insbesondere vor der Pause gegeben, als die Eintracht ein leichtes Chancenplus verzeichnete. Mit Ujahs zu inkonsequent verteidigtem Doppelschlag schwanden urplötzlich Euphorie und Zuversicht. Die willensstarken Adler bissen sich zwar nochmal in die Partie hinein, am robusten Gegner aus Mainz aber auch die Zähne aus. Einmal wichen dennoch die Fans auch nach dem Schlusspfiff nicht von der Seite des Teams und verabschiedeten die Spieler mit Lobgesängen aus dem letzten Heimspiel der Saison.

So spielte die SGE

Trapp - Abraham, Hinteregger, Falette (61. Haller) - Da Costa, Hasebe, Fernandes (61. de Guzman), Kostic - Gacinovic - Jovic (77. Paciencia), Rebic.

Tore

0:1 Ujah (53.)
0:2 Ujah (57.)

  • 0'
    Anpfiff Icon
    Anpfiff
  • 23'
    1. FSV Mainz 05
    Card yellow Gelbe Karte
    Moussa Niakhate
  • Halbzeit Icon
    Halbzeit
  • 45'
    1. FSV Mainz 05
    Switch Wechsel
    Giulio Donati für Daniel Brosinski
  • 53'
    1. FSV Mainz 05
    Goal Tor
    Anthony Ujah
  • 57'
    1. FSV Mainz 05
    Goal Tor
    Anthony Ujah
  • 61'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Sebastien Haller für Simon Falette
    Switch Wechsel
    Jonathan de Guzman für Gelson Fernandes
  • 77'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Goncalo Paciencia für Luka Jovic
    Card yellow Gelbe Karte
    Filip Kostic
  • 81'
    1. FSV Mainz 05
    Switch Wechsel
    Ridle Baku für Danny Latza
  • 90'
    1. FSV Mainz 05
    Switch Wechsel
    Niko Bungert für Anthony Ujah
  • 95'
    Abpfiff Icon
    Abpfiff
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