Frankfurt kommt nicht an die Leistungen in DFB- und Europapokal heran und verliert in Leverkusen 0:4.

Filip Kostics harter Abschluss nach dem Treffer zum 0:2 ist bei Lukas Hradecky in sicheren Händen.

Ausgangssituation: Viel vorgehabt

Nach zwei erfolgreichen Pokalerlebnissen auf nationalem und internationalem Parkett galt es für die Eintracht am 25. Spieltag in Leverkusen auch in der Bundesliga wettbewerbsfähig zu bleiben – und in erster Linie den Abstand nach unten nicht kleiner werden zu lassen. Zugleich wollten die Adler ihre Auswärtsbilanz in dieser Saison generell wie die jüngste Ausbeute in der BayArena im Speziellen aufpolieren. Beim in den vergangenen elf Pflichtspielen neun Mal siegreichen Champions-League-Aspiranten leichter gesagt als getan.

Personal: Nur scheinbar neues Herzstück

Der Austausch aller drei zentraler Mittelfeldspieler wirkte auf den ersten Blick gröber als tatsächlich vollzogen. Zwar hatten Makoto Hasebe, Dominik Kohr und Sebastian Rode im DFB-Pokal gegen Werder Bremen allesamt nicht begonnen oder gar gespielt. Dafür rotierte aber allenfalls Djibril Sow von der Doppelsechs auf die Bank, während Stefan Ilsanker in die Innenverteidigung und Daichi Kamada auf den rechten Flügel zurückkehrte. David Abraham und Timothy Chandler mussten dafür weichen. Die Hausherren begannen sogar mit sechs Neuen gegenüber des 3:1 im Viertelfinale gegen Union Berlin – so viele Wechsel hatte es unter Peter Bosz zuvor noch nie gegeben.

Déjà-vu durch Havertz

Unverändert blieb bei beiden Kontrahenten der Siegeswille. Frankfurt begann forsch und feuerte nach einer Minute erstmals auf den Kasten von Lukas Hradecky, doch der Keeper war beim harten Linksschuss von Daichi Kamada rechtzeitig unten (2.). Während der Japaner bis dato weiter auf sein erstes Bundesligator warten musste, avancierte im Gegenzug Kai Havertz zum mit 20 Jahren und 270 Tagen jüngsten Bundesligaspieler, der jemals 30 Tore erzielt hat, als er nach einer Hereingabe von Moussa Diaby von der linken Seite vor allen Verteidigern an den Ball kam (4.). Es war nebenbei das früheste Gegentor seit Mai 2019 – ebenfalls in Leverkusen, ebenfalls durch Havertz, damals in der zweiten Minute.

Ähnliches Muster zehn Minuten später, als sich die Werkself über das linke Halbfeld kombinierte und Paulinho den eingerückten Karim Bellarabi bediente, welcher auf 2:0 aus Leverkusener Sicht erhöhte (14.). Die Reaktion war ein ansatzloser Abschluss von Filip Kostic innerhalb des Sechzehners, der bei Hradecky aber in sicheren Händen war (17.). Fortan begann der Gastgeber, Ball und Gegner weitgehend zu kontrollieren, wovon nach einer halben Stunde auch 69 Prozent Ballbesitz und 53 Prozent gewonnener Zweikämpfe zeugten. Strafraumszenen blieben ansonsten Mangelware, ein von Kevin Trapp gehaltener Versuch von Bellarabi die einzige nennenswerte Aktion neben der verletzungsbedingten Auswechslung von Sven Bender (35.). Für jhn kam Jonathan Tah (35.).

Völlig aufgelöst

Anstatt zur wilden Aufholjagd zu blasen, verlief der Auftakt der zweiten Halbzeit quasi analog zum ersten Durchgang. Erst konnte Paulinho in seinem ersten Bundesligaspiel von Beginn an unbehelligt durch die hessischen Reihen spazieren und zum 3:0 einschieben (49.). Dann erhielt Havertz nur unwesentlich mehr Gegenwehr und setzte den Brasilianer erneut in Szene, welcher mit seinem Doppelpack auf 4:0 stellte (55.). Unmittelbar zuvor hatte Martin Hinteregger nach einer Freistoßhereingabe zwei Mal in Hradecky seinen Meister gefunden (54.). Entsprechend war die Partie nach einer Stunde entschieden, Trapp verhinderte gegen den eingewechselten und aus spitzem Winkel abziehenden Leon Bailey eine höhere Niederlage (64.).

Fazit: Zu einfach, zu schnell

Unbestritten die fußballerische Überlegenheit der zweitstärksten Rückrundenmannschaft aus Leverkusen, weshalb die großen Räume und geringe Zweikampfhärte vor sämtlichen Gegentoren umso rätselhafter erscheinen. So war die Partie nach den zwei Doppelschlägen zu Beginn jedes Spielabschnitts schneller entschieden als den Gästen lieb sein konnte, die in der Fremde damit bei sieben Zählern und am Ende der imaginären Auswärtstabelle verharren. Die Auswirkungen im Gesamttableau des deutschen Oberhauses werden sich erst nach den ausstehenden Begegnungen am Sonntag und Montag zeigen.

So spielte die SGE

Trapp - Toure, Ilsanker, Hinteregger, Ndicka - Kohr (57. Sow), Hasebe, Rode - Kamada (57. Gacinovic), Silva (74. Paciencia), Kostic.

Tore

1:0 Havertz (4.)
2:0 Bellarabi (14.)
3:0 Paulinho (49.)
4:0 Paulinho (55.)

  • 0'
    Anpfiff Icon
    Anpfiff
  • 4'
    Bayer 04 Leverkusen
    Tor
    Kai Havertz
  • 14'
    Bayer 04 Leverkusen
    Tor
    Karim Bellarabi
  • 35'
    Bayer 04 Leverkusen
    Wechsel
    Jonathan Tah für Sven Bender
  • Halbzeit Icon
    Halbzeit
  • 49'
    Bayer 04 Leverkusen
    Tor
    Paulo Henrique Sampaio Filho
  • 53'
    Bayer 04 Leverkusen
    Gelbe Karte
    Mitchell Weiser
  • 55'
    Bayer 04 Leverkusen
    Tor
    Paulo Henrique Sampaio Filho
  • 57'
    Eintracht Frankfurt
    Wechsel
    Mijat Gacinovic für Daichi Kamada
    Wechsel
    Djibril Sow für Dominik Kohr
  • 62'
    Bayer 04 Leverkusen
    Wechsel
    Leon Bailey für Kai Havertz
  • 67'
    Bayer 04 Leverkusen
    Wechsel
    Exequiel Palacios für Charles Aranguiz
  • 74'
    Eintracht Frankfurt
    Wechsel
    Goncalo Paciencia für Andre Miguel Valente Silva
  • 91'
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    Abpfiff
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