Die Eintracht verliert zum ersten Mal 2020 ein Pflichtspiel. Der BVB bestraft die insgesamt zu große Passivität mit 4:0.

Emre Can im Zweikampf mit Filip Kostic. Dortmund hat die Frankfurter Offensive besser im Griff als umgekehrt.

Ausgangssituation: Treffen der Rückrundenspitze

Die Eintracht konnte mit breiter Brust nach Dortmund reisen, denn mit zehn Zählern aus den ersten vier Duellen der Rückrunde war man nicht nur gut aus der Winterpause gekommen, sondern 2020 auch noch ungeschlagen. Im Pokal hatte Frankfurt unlängst den Vorjahresfinalisten Leipzig aus dem Wettbewerb geworfen und somit allen Grund, selbstbewusst nach Westfalen zu reisen. Die Dortmunder wiederum waren zunächst furios in die Rückserie gestartet (drei Siege mit 15:4 Toren), mussten zuletzt aber zwei knappe Niederlagen einstecken, darunter im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den kommenden SGE-Gegner Werder Bremen. Nichtsdestotrotz: Der Dritte empfing den Zweiten der Rückrunde.

Personal: Rode gegen den Ex-Klub zurück in der Startelf

Im Vergleich zum 5:0 gegen den FC Augsburg veränderte Adi Hütter seine Mannschaft auf einer Position. So kehrte der ehemalige Borusse Sebastian Rode zurück in die Startelf. Für ihn musste Dominik Kohr weichen, der zunächst auf der Bank Platz nahm. Dorthin kehrte auch Stürmer Bas Dost zurück, der zuletzt drei Partien aufgrund von Magen-Darm-Problemen aussetzen musste. Aufseiten des BVB veränderte auch Lucien Favre seine erste Elf und stellte nach zuletzt sieben Gegentoren in zwei Spielen auf eine Dreierkette um, im Angriff ersetzte zudem Thorgan Hazard den verletzten Julian Brandt. Am Freitagabend kam es außerdem zum Duell der beiden erfolgreichsten Torjäger 2020: Hier BVB-Neuzugang Erling Haaland mit sieben, dort Eintracht-Urgestein Timothy Chandler vier Treffern.

Dortmunder Führung trotz weniger Chancen

Neun Minuten dauerte es im Dortmunder Signal Iduna Park, bis die Zuschauer die erste gute Gelegenheit der Partie zu sehen bekamen, als Raphaël Guerreiro einen Freistoß an den rechten Außenpfosten setzte. Nur eine Minute später konnten auch die Frankfurter erstmals für ein wenig Torgefahr sorgen, als sie über André Silva in eine Kontersituation kamen. Von der linken Seite geriet eine mit Schnitt geschlagene Flanke des Portugiesen lang und länger, ging letztlich aber neben das Tor. In der Folge kristallisierte sich mehr und mehr das erwartete Spiel heraus, in dem die Borussia deutlich mehr Spielanteile hatte, während die Adlerträger versuchten, in der Defensive stabil zu stehen und im richtigen Moment umzuschalten. Da auch die noch etwas gehemmt wirkenden Dortmunder nicht wirklich ins Risiko gehen wollten, dauert es lange, bevor es durch Chandler mal wieder zu einem Abschluss kam, der jedoch deutlich über das Tor von Bürki ging (27.). In der 33. Minute erzielte Lukasz Piszczek dann ein wenig überraschend die Führung für den BVB, nachdem die Frankfurter Hintermannschaft erst zu passiv agierte und dann eine Hereingabe nicht richtig geklärt bekam, sodass Hakimi auf den Torschützen zurücklegen konnte, der von der Strafraumkante das 1:0 erzielte. Dortmund erhöhte nun den Druck, kam aber nur noch zu einem wirklich gefährlichen Abschluss durch Hakimi  (45.+1).

Doppelschlag nach der Pause bringt die Vorentscheidung

Zur zweiten Hälfte stellte Cheftrainer Adi Hütter seine Mannschaft um und brachte mit Bas Dost für Mijat Gacinovic einen zusätzlichen Stürmer. Die Tore erzielte allerdings der BVB: Nach einem Ballgewinn ging es blitzschnell in Richtung Frankfurter Tor, Sancho war auf und davon und ließ weder dem hereingrätschenden David Abraham, noch Kevin Trapp im Kasten der SGE eine Chance (49.). Nur fünf Minuten später erhöhte Haaland auf 3:0, der nach einer Kombination von Hakimi und Sancho gegen erneut zu passive Frankfurter im Fünfmeterraum in Position gelaufen war und aus kurzer Distanz einschob. Die Borussia hatte das Spiel nun uneingeschränkt im Griff und ließ die über die gesamte Spieldauer harmlose Eintracht nach diesen beiden Wirkungstreffern nicht mehr zurück in die Partie kommen. Stattdessen wurde es aus hessischer Sicht noch deutlicher, denn Guerreiro erhöhte unter Mithilfe der SGE-Defensive sogar noch auf 4:0.

Fazit: Verdiente Niederlage für zu passive Eintracht

War der Rückstand zur Pause noch einigermaßen unglücklich, so untermauerte der BVB nach der Pause eindrücklich seine Titelambitionen. Binnen weniger Minuten fiel nach Toren durch Sancho und Haaland die Vorentscheidung zu Gunsten der Gastgeber. So gelang der Borussia ein letztlich ungefährdeter Sieg gegen eine Frankfurter Mannschaft, die das Selbstvertrauen der vorangegangenen Wochen diesmal komplett vermissen ließ. Nach einer zweiten Hälfte zum Vergessen endete die Begegnung mit 4:0 für den BVB, der damit zuhause weiter ungeschlagen bleibt.

So spielte die SGE

Trapp – Toure, Abraham, Hinteregger, Ndicka – Gacinovic (46. Dost), Ilsanker, Rode (78. Sow) – Chandler, Silva (82. Paciencia), Kostic.

Tore

1:0 Piszczek (33.)
2:0 Sancho (49.)
3:0 Haaland (54.)
4:0 Guerreiro (74.)

  • 0'
    Anpfiff Icon
    Anpfiff
  • 22'
    Eintracht Frankfurt
    Gelbe Karte
    Timothy Chandler
  • 33'
    Borussia Dortmund
    Tor
    Lukasz Piszczek
  • Halbzeit Icon
    Halbzeit
  • 45'
    Eintracht Frankfurt
    Wechsel
    Bas Dost für Mijat Gacinovic
  • 49'
    Borussia Dortmund
    Tor
    Jadon Sancho
  • 54'
    Borussia Dortmund
    Tor
    Erling Haaland
  • 64'
    Borussia Dortmund
    Wechsel
    Mahmoud Dahoud für Emre Can
  • 74'
    Borussia Dortmund
    Tor
    Raphael Adelino Jose Guerreiro
  • 75'
    Borussia Dortmund
    Wechsel
    Giovanni Reyna für Jadon Sancho
  • 78'
    Eintracht Frankfurt
    Wechsel
    Djibril Sow für Sebastian Rode
  • 79'
    Borussia Dortmund
    Wechsel
    Mario Götze für Erling Haaland
  • 82'
    Eintracht Frankfurt
    Wechsel
    Goncalo Paciencia für Andre Miguel Valente Silva
  • 91'
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    Abpfiff
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