Die Eintracht verspielt nach starkem Beginn eine von Hinteregger (6.) und Paciencia (30.) erzielte 2:0-Führung, nach dem Anschlusstreffer (44.) läuft nicht mehr viel zusammen.

Zwei Vorlagen, die am Ende wertlos blieben: Filip Kostic.

Ausgangssituation: Festakt geplant

Das letzte Heimspiel des Jahres sollte in jeder Hinsicht etwas Besonderes werden. So stand die Eintracht nicht nur vor ihrem 55. von 56 Auftritten in 2019 sowie dem 30. Saisonspiel, sondern auch vor einem dreiköpfigen Jubiläum: Makoto Hasebe bestritt sein 300., Timothy Chandler sein 200. und Adi Hütter sein 50. Bundesligaspiel. Die Festtagsstimmung auf den Rängen beider Lager vor und während des Spiels ließ nicht darauf schließen, dass Frankfurt aus den vergangenen fünf Ligaspielen einen Punkt geholt hatte und der 1. FC Köln der Abstiegszone entfliehen wollte.

Personal: Aus Not und Überzeugung

Im Vergleich zur 0:1-Niederlage am Sonntag auf Schalke nahm Chefcoach Hütter quasi eine Rückrotation vor. Für Evan Ndicka und Mijat Gacinovic kehrten Makoto Hasebe und Goncalo Paciencia in die Startelf zurück, Daichi Kamada begann für Djibril Sow. Felix Wiedwald und der wieder spielberechtigte Dominik Kohr ersetzten die verletzten Frederik Rönnow und Lucas Torró. Damit einher ging eine Systemanpassung zurück zur Doppelsechs und Doppelspitze.

Kostics Ecken und Hectors Hammer

Mit den Anfeuerungsrufen der Mehrzahl der 50.300 Zuschauer im Rücken suchten die Adler mit Anpfiff den Weg nach vorne. Zwar schlichen sich auch in der Abwehrkette wiederkehrende Pass- und Stellungsfehler ein, insgesamt präsentierte sich der Gastgeber aber tonangebend. Einmal mehr war insbesondere nach Eckbällen von Filip Kostic regelmäßig Gefahr im Verzug. Erst Martin Hinteregger per Kopfballaufsetzer vorbei (2.), dann mit Links in die Maschen (6.).

In der Folge blieben klar herausgespielte Möglichkeiten Mangelware, ein zu hoher Distanzversuch Kamadas war das höchste der Gefühle (18.). Jedenfalls bis Paciencia den nächsten Eckstoß formvollendet ins rechte obere Eck köpfte (30.) – 2:0 nach einer halben Stunde. Die Hausherren ruhten sich auf dem Vorsprung nicht aus und ließen das Visier bis zur Pause geöffnet. Paciencia hatte den dritten Treffer auf dem Kopf, doch Rafael Czichos blockte auf Kosten einer Ecke ab, in deren Konsequenz Kohr aus dem Rückraum zum Abschluss kam, aber Timo Horn den Ball festhielt (36.). Mehr Fortune hatte unmittelbar vor dem Gang in die Kabinen Jonas Hector, als sein von Toure abgefälschter Schuss aus fast 30 Metern hinter Wiedwald zum 2:1 einschlug (44.).

Plötzlich passiv

Vergleichbar mit dem letzten Gruppenspiel gegen Guimaraes verloren die Hessen nach dem Wiederanpfiff zusehends den Faden und der Gegner damit seine Zurückhaltung. Nach dem ersten zarten Vorstoß über Noah Katterbach, den Wiedwald abwehrte (47.), erarbeiteten sich die Rheinländer immer größere Spielanteile, auch weil sich bei Frankfurt die Räume und Fehlpassquote gleichermaßen vergrößerten. Ausgerechnet nachdem sich Bas Dost einmal durchtanke, unter Bedrängnis aber Horn nicht überwinden konnte (69.), kamen die Domstädter zum Ausgleich: Hatte Wiedwald zunächst eine direkt aufs kurze Eck gezirkelte Ecke von Florian Kainz noch von der Linie kratzen können (71.), landete der nächste Eckstoß von der rechten Seite im zweiten Versuch bei Sebastiaan Bornauw, der nur noch den Fuß hinhalten musste (72.). Schon im Gegenzug ließ Kamada nach einem energischen Ballgewinn Timothy Chandlers einen Gegenspieler stehen, unterlag aber Horn im Eins-gegen-eins (73.). Dann der Super-GAU: Scharfe Hereingabe von der rechten Seite, Dominick Drexler aus nächster Nähe zum Kölner 3:2 (81.). Frankfurt ging folglich vermehrt ins Risiko, Ismail Jakobs vollstreckte den entscheidenden Konter zum 2:4-Endstand (90.).

Fazit: Vermeidbare Höchststrafe

Dass die Eintracht am Ende mit komplett leeren Händen dasteht, müssen sich die Adlerträger angesichts einer aus den Händen gegebenen 2:0-Führung selbst ankreiden. Sicher fiel der Anschlusstreffer zum berühmten psychologisch ungünstigen Zeitpunkt und auf unglückliche Weise, kann aber nicht als Erklärung dafür dienen, dass bei der Eintracht nach dem Seitenwechsel der Stecker gezogen schien.

So spielte die SGE

Wiedwald - Toure, Hasebe, Hinteregger - Chandler, Kohr (84. Silva), Rode (33. Sow), Kostic - Kamada - Dost, Paciencia (63. Ndicka).

Tore

1:0 Hinteregger (6.)
2:0 Paciencia (30.)
2:1 Hector (44.)
2:2 Bornauw (72.)
2:3 Drexler (81.)
2:4 Jakobs (90. + 4)

  • 0'
    Anpfiff Icon
    Anpfiff
  • 6'
    Eintracht Frankfurt
    Tor
    Martin Hinteregger
  • 30'
    Eintracht Frankfurt
    Tor
    Goncalo Paciencia
  • 32'
    Eintracht Frankfurt
    Gelbe Karte
    Timothy Chandler
  • 33'
    Eintracht Frankfurt
    Wechsel
    Djibril Sow für Sebastian Rode
  • 35'
    1. FC Köln
    Gelbe Karte
    Ellyes Skhiri
  • 44'
    1. FC Köln
    Tor
    Jonas Hector
  • Halbzeit Icon
    Halbzeit
  • 62'
    Eintracht Frankfurt
    Wechsel
    Evan Ndicka für Goncalo Paciencia
    1. FC Köln
    Wechsel
    Florian Kainz für Jan Thielmann
  • 72'
    1. FC Köln
    Tor
    Sebastiaan Bornauw
  • 81'
    1. FC Köln
    Tor
    Dominick Drexler
  • 82'
    1. FC Köln
    Gelbe Karte
    Noah Katterbach
  • 84'
    Eintracht Frankfurt
    Wechsel
    Andre Miguel Valente Silva für Dominik Kohr
  • 90'
    Eintracht Frankfurt
    Gelbe Karte
    Martin Hinteregger
    1. FC Köln
    Wechsel
    Simon Terodde für Dominick Drexler
  • 92'
    1. FC Köln
    Wechsel
    Anthony Modeste für Jhon Cordoba
  • 93'
    1. FC Köln
    Gelbe Karte
    Florian Kainz
  • 94'
    1. FC Köln
    Tor
    Ismail Jakobs
  • 95'
    1. FC Köln
    Gelbe Karte
    Ismail Jakobs
  • 95'
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    Abpfiff
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