Kampf, Disziplin und eine knappe halbe Stunde Überzahl genügen nicht, bei den heimstarken Königsblauen zu punkten. Raman erzielt das Tor des Tages für Schalke (53.).

Bas Dost kehrt nach ausgestandenen Leistenproblemen vom Krankenstand in die Startelf zurück.

Ausgangssituation: Nachholbedarf

Zum Abschluss des 15. Spieltags bot sich beiden Traditionsvereinen die Möglichkeit, mit einem Sieg tabellarisch zu klettern. Der FC Schalke 04 hätte in den Champions-League-Bereich, Eintracht Frankfurt in die obere Tabellenhälfte zurückkehren können. Sowohl S04 (1:2 in Leverkusen), als auch die SGE (2:3 gegen Guimaraes) hatten sich zuletzt mit einer Niederlage auseinandersetzen müssen. Gerade Frankfurt sah nach vier sieglosen Bundesligaspielen in der letzten Englischen Woche bis zur Winterpause Nachholbedarf.

Personal: Dosts Blitzheilung und Rodes Rolle(n)

Rotationsbedarf wiederum sah Adi Hütter. Der Cheftrainer schickte mit Blick auf drei Spiele innerhalb von acht Tagen sechs frische Kräfte ins Rennen: Almamy Toure, Evan Ndicka, Timothy Chandler, Lucas Torró, Mijat Gacinovic und der blitzgenesene Bas Dost anstelle von David Abraham (gesperrt), Makoto Hasebe, Danny da Costa, Daichi Kamada, André Silva und Goncalo Paciencia. Gelson Fernandes fehlte krankheitsbedingt im Kader. Kapitän Sebastian Rode besetzte bei gegnerischem Ballbesitz weniger, wie angenommen, das zentrale Mittelfeld, sondern bildete mit Gacinovic eher eine Doppelzehn, um im Verbund mit Dost die dreiköpfige erste Aufbaulinie zu stören.

Erbarmungsloser Widerstand

Jene Anordnung füllten die Adlerträger alsbald auch mit ordentlich Leben, sprich: Aggressivität und Zweikampfhärte. Der Gastgeber hatte zwar mehr vom Spiel, verzeichnete bis Mitte der ersten Halbzeit zwei Drittel Ballbesitz, klare Chancen blieben aber Fehlanzeige. Auf beiden Seiten. Frederik Rönnow musste sich erstmals nach knapp einer halben Stunde auszeichnen, als er einen Distanzversuch Suat Serdars um den Pfosten lenkte (28.). Erst kurz vor der Pause kamen die Einschläge allmählich näher, angefangen bei den Hessen, als Almamy Toure freistehend eine Freistoßhereingabe von Filip Kostic aus dem rechten Halbraum auf Alexander Nübel köpfte (39.). Wäre aber wohl Abseits gewesen. Im Gegenzug trieb Ozan Kabak den Ball über die rechte Seite und zog letztlich klar am langen Eck vorbei (40.). Eine schnelle Kombination später tauchte Benito Raman frei vor Rönnow auf, der aber nicht zu überwinden war (42.). Noch in der Nachspielzeit flankte Chandler aus vollem Lauf auf Gacinovic, dessen platzierter Kopfball bei Nübel in sicheren Händen war (45.+3).

Richtungswechsel

Gewissermaßen spiegelbildlich zum späten Chancenwucher ließen die nächsten Gelegenheiten unmittelbar nach dem Seitenwechsel nicht lange auf sich warten. Erst fasste sich Kostic aus der Ferne ein Herz, zielte aber knapp am langen Pfosten vorbei (48.), dann fand Daniel Caligiuri aus dem Hinterhalt in Rönnow seinen Meister. So sich die Hessen auf Augenhöhe gekämpft hatten, kippte das Geschehen wenige Augenblicke darauf zugunsten von Königsblau, als Amine Harit Raman im Strafraum freispielte und der aus dem linken Halbraum trocken ins rechte untere Eck abschloss (53.). Nach einem geblockten Versuch Kostics (65.) war es zwei Zeigerumdrehungen später Landsmann Gacinovic, der dem Geschehen die nächste Richtungsänderung verlieh, als der Serbe auf und davon schien und mit dem herausgeeilten Nübel kollidierte, welcher daraufhin wegen Notbremse Rot sah (67.).

Fortan kannten die Gäste nichts anderes als den Vorwärtsgang, nach Kamada kam mit Paciencia der nächste Offensive, im zweiten Durchgang zeitweise über 60 Prozent Ballbesitz sprechen für sich. Kaum Schüsse auf dem Schalker Kasten jedoch auch. Kamen die Knappen nochmal in Tornähe, dann richtig, wie bei Daniel Caligiuris Pfostenknaller (83.). Auf der Gegenseite zog der ebenfalls eingewechselte Erik Durm aus nächster Nähe, aber spitzem Winkel ab, doch der neue Keeper Markus Schubert rettete bei seinem Pflichtspieldebüt zur Ecke (87.). Auch sieben Minuten Nachspielzeit halfen nicht mehr, am Ergebnis noch etwas zu ändern. Die Schlussphase bestritt auch die Eintracht quasi mit zehneinhalb Mann, denn Torró verletzte sich bei einem Zweikampf und konnte nicht mehr mit voller Kraft zum Ball oder in die Zweikämpfe gehen; Hütter hatte schon dremal gewechselt.

Fazit: Wechselhafte Aussichten

Die Eintracht lässt (heim-)starke Schalker bis zur Pause kaum zur Entfaltung kommen, der Rückstand kurz nach dem Seitenwechsel kommt zur Unzeit. Mit einem Mann mehr neuen Mut schöpfend schnuppert Frankfurt bis zum Schluss am Punktgewinn, scheitert aber wie so oft an der eigenen Konsequenz, sodass zwei Spieltage vor der Winterpause Platz zwölf sowie je sieben Punkte Abstand zur direkten Abstiegszone wie den Europapokalrängen zu Buche stehen.

So spielte die SGE

Rönnow - Toure (82. Durm), Hinteregger, Ndicka - Chandler, Torró, Sow, Kostic - Rode (55. Kamada), Gacinovic (70. Paciencia) - Dost.

Tor

1:0 Raman (53.)

Rote Karte

Nübel (67.)

  • 0'
    Anpfiff Icon
    Anpfiff
  • 13'
    FC Schalke 04
    Wechsel
    Juan Miranda für Weston McKennie
  • 33'
    Eintracht Frankfurt
    Gelbe Karte
    Sebastian Rode
  • Halbzeit Icon
    Halbzeit
  • 50'
    FC Schalke 04
    Gelbe Karte
    Amine Harit
  • 53'
    FC Schalke 04
    Tor
    Benito Raman
  • 54'
    Eintracht Frankfurt
    Wechsel
    Daichi Kamada für Sebastian Rode
  • 57'
    Eintracht Frankfurt
    Gelbe Karte
    Filip Kostic
  • 62'
    Eintracht Frankfurt
    Gelbe Karte
    Lucas Torró
  • 66'
    FC Schalke 04
    Rote Karte
    Alexander Nübel
  • 69'
    FC Schalke 04
    Wechsel
    Markus Schubert für Amine Harit
  • 70'
    Eintracht Frankfurt
    Wechsel
    Goncalo Paciencia für Mijat Gacinovic
  • 77'
    FC Schalke 04
    Wechsel
    Guido Burgstaller für Benito Raman
  • 82'
    Eintracht Frankfurt
    Wechsel
    Erik Durm für Almamy Toure
  • 92'
    Eintracht Frankfurt
    Gelbe Karte
    Evan Ndicka
  • 98'
    Abpfiff Icon
    Abpfiff
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