Die Eintracht kommt gegen Hertha BSC nach 0:2 auf 2:2 zurück. Hinteregger (65.) und Rode (86.) treffen jeweils nach einem Eckball.

Csm 06122019sgebscmaxgalys 2 58b48caa04 Martin Hinteregger bejubelt den Anschlusstreffer zum 1:2.

Ausgangssituation: Entscheidend ist auf'm Platz

Den 14. Spieltag eröffneten mit der Eintracht und Hertha BSC zwei Vereine, die in der Bundesliga die vergangenen drei beziehungsweise fünf Spiele verloren hatten. Mit den Auswirkungen, dass Frankfurt im gesicherten Mittelfeld und Berlin auf dem Relegationsplatz liegt. Losgelöst von Rechenspielchen hatte Adi Hütter im Vorfeld die Marschroute bis zur Winterpause ausgerufen: „Entscheidend ist, die Leistung auf den Platz zu bringen.“

Personal: Rückkehr der Routiniers

Um dies zu erreichen, verzichtete der Cheftrainer auf Überraschungen. Der in Mainz erkrankt fehlende Makoto Hasebe kehrte für Evan Ndicka in die Startelf zurück, ebenso Gelson Fernandes, der mit Djibril Sow die Doppelsechs bildete. Da neben dem rotgesperrten Dominik Kohr auch Sebastian Rode nicht von Beginn an auflief, startete André Silva im Angriff an der Seite von Goncalo Paciencia. Dafür gab Daichi Kamada wieder einen klaren Zehner.

Wie verhext

Es war eine halbe Stunde gespielt, als Dodi Lukebakio nach einem einfachen Doppelpass mit Marko Grujic frei vor Frederik Rönnow auftauchte, der zwar den Ball noch berührte, den Einschlag zum 0:1 aber nicht zu verhindern vermochte (30.). Ungläubige Gesichter in der mit etwa 50.000 Zuschauern gefüllten Commerzbank-Arena, immerhin hatten die Hauptstädter bis dahin nicht ein einziges Mal aufs Tor geschossen. Zwar lieferte auch die Eintracht kein hemmungsloses Spektakel ab, kontrollierte aber das Geschehen, von wenigen Unachtsamkeiten im Pass- oder Deckungsverhalten abgesehen.

Bis zum Rückstand schien der erste Treffer gegen die Hertha seit Januar 2017 nur eine Frage der Zeit. So scheiterte Almamy Toure nach einer Ecke von Filip Kostic an Thomas Kraft, Silva verzog den Nachschuss (20.), kurz darauf steckte Toure die Kugel auf Sow durch, der ebenfalls etwas zu ungenau zielte (21.), ehe wieder Silva eine Hereingabe von Kostic direkt nahm, aber den Kasten verfehlte (26.). Wiederum nur zwei Zeigerumdrehungen später glänzte der Portugiese als Zuspieler für Martin Hinteregger, der nach Ballgewinn und Doppelpass in Kraft seinen Meister fand (28.). Als schon der überfällige Ausgleich durch Kamada gefallen schien, entschied Schiedsrichter Christian Dingert auf Hinweis des Videoassistenten überraschend auf vorangegangenes Stürmerfoul von Vorlagengeber Kostic an der Mittellinie (38.).

Systemwechsel und Standardtreffer

Von der zumindest fragwürdigen Zurücknahme angestachelt liefen die Adler nach dem Seitenwechsel nicht nur mit neuer Motivation, sondern auch modifizierter Formation an, weil Silva fortan etwas hängend neben Kamada agierte. Alle Systematik war aber Makulatur, als die Gäste nach einem indirekten Freistoß aus dem Halbfeld durch den aus nächster Nähe einschiebenden Grujic auf 0:2 stellten (63.). Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Die Eintracht mit der achten Ecke, Hinteregger nach Ablage Toures mit seinem fünften Saisontor – 1:2 (65.). Fortan wuchs der Druck der Hessen auf Rasen und Rängen spürbar. Und erneut große Empörung, als sich Kraft die Kugel gewissermaßen selbst hinter die Linie boxte, eine minimale Berührung Silvas aber in den Augen des Referees ausreichend war, den nächsten Treffer abzuerkennen (71.). Stabiler wirkte Keeper Kraft daraufhin bei der Abwehr der harten Abschlüsse von Danny da Costa (76.) und Filip Kostic (83.). Keine Diskussion gab es dann nach der sechzehnten (!) Ecke, woraufhin der eingewechselte Rode am langen Pfosten mutterseelenallein und goldrichtig stand und zum 2:2 einschob (86.).

Fazit: Pech, Protest und Power

Wie in Mainz lässt sich die Eintracht vor den beiden Gegentoren zu leicht überspielen, lässt sich aber weder vom 0:2-Rückstand, noch dem vermeintlichen Torfluch, noch zwei aberkannten Treffern beirren und beharrt auf ihren Stärken, die dieser Tage vor allem nach Eckstößen zutage treten, allen voran durch Martin Hinteregger, den derzeit torgefährlichsten Verteidiger der Bundesliga. Bemerkenswert vor allem, dass die Hessen auch im 27. Pflichtspiel scheinbar keine Ermüdungserscheinungen zeigen.

So spielte die SGE

Rönnow - Toure, Hasebe, Hinteregger - da Costa, Fernandes (61. Rode), Sow, Kostic - Kamada - Silva (84. Joveljic), Paciencia.

Tore

0:1 Lukebakio (30.)
0:2 Grujic (63.)
1:2 Hinteregger (65.)
2:2 Rode (86.)

  • 0'
    Anpfiff Icon
    Anpfiff
  • 9'
    Hertha BSC
    Card yellow Gelbe Karte
    Ondrej Duda
  • 24'
    Hertha BSC
    Card yellow Gelbe Karte
    Niklas Stark
  • 30'
    Hertha BSC
    Goal Tor
    Dodi Lukebakio
  • Halbzeit Icon
    Halbzeit
  • 49'
    Hertha BSC
    Switch Wechsel
    Eduard Löwen für Ondrej Duda
  • 52'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Almamy Toure
  • 62'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Sebastian Rode für Gelson Fernandes
  • 63'
    Hertha BSC
    Goal Tor
    Marko Grujic
  • 65'
    Eintracht Frankfurt
    Goal Tor
    Martin Hinteregger
  • 71'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Goncalo Paciencia
  • 72'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Makoto Hasebe
    Hertha BSC
    Card yellow Gelbe Karte
    Davie Selke
  • 79'
    Hertha BSC
    Switch Wechsel
    Maximilian Mittelstädt für Niklas Stark
  • 80'
    Hertha BSC
    Switch Wechsel
    Marius Wolf für Dodi Lukebakio
  • 84'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Dejan Joveljic für Andre Miguel Valente Silva
  • 86'
    Eintracht Frankfurt
    Goal Tor
    Sebastian Rode
  • 93'
    Hertha BSC
    Card yellow Gelbe Karte
    Thomas Kraft
  • 96'
    Abpfiff Icon
    Abpfiff
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