Erster echter Härtetest für unsere Eintracht: Eine Woche vor der Saisoneröffnung in der heimischen Arena gegen Europa-League-Starter Celta Vigo trat die SGE auswärts beim Serie A-Club Atalanta Bergamo an.

07 Kapitän, Fußballgott und Mann für die besonderen Tore: Alexander Meier trifft zum 2:1.

Im Gepäck hatte man nicht nur eine mehr und mehr zusammenwachsende neue Mannschaft, die gerade das zweite Trainingslager in Gais in Südtirol hinter sich gebracht hatte, sondern auch zahlreiche reisefreudige Fans aus der Mainmetropole. 

Ciao Ragazzi! Die Fans zu Gast bei Freunden

Unter den zahlreichen Fans unserer SGE sorgte die Ankündigung eines Freundschaftsspiels gegen den italienischen Erstligisten Atalanta Bergamo erwartungsgemäß für große Begeisterung. Bereits seit vielen Jahren sind sich die Anhänger der beiden Traditionsvereine freundschaftlich verbunden, aufmerksame Beobachter können in regelmäßigen Abständen Zaunfahnen befreundeter Fanclubs aus der Lombardei in der Nordwestkurve entdecken. Entsprechend groß fiel auch die hessische Reisegruppe aus, die sich für dieses Samstagabendspiel in Richtung Bergamo auf den Weg gemacht hatte. Über 1.000 Fans reisten extra für dieses im wahrsten Sinne des Wortes Freundschaftsspiel nach Norditalien, wo die Anhänger beider Vereine bereits den ganzen Tag lang bei einer wunderbaren Atmosphäre gemeinsam feierten und auch unter anderem ein weiteres Freundschaftsspiel zwischen zwei Fan-Mannschaften veranstaltet wurde. Am Abend ging es dann gemeinsam zum Stadio Atleti Azzurri d’Italia, wo die Stimmung prächtig bleiben sollte.

Erst Abstauber, dann Geniestreich - Alex Meier dreht die Partie 

Dort war bereits alles angerichtet, als beide Mannschaften zur Prime-Time um 20:30 Uhr aufeinander trafen. Angeführt von den beiden Kapitänen Alexander Meier und Alejandro Gómez betraten die Teams den Rasen, wobei die SGE in den neuen roten Auswärtstrikots antrat, während die Gastgeber in ihren traditionellen schwarz-blauen Leibchen aufliefen. Nach wenigen Minuten dann die erste Schrecksekunde, als Neuzugang Ante Rebic auf dem linken Flügel nach einem Zweikampf liegen blieb, zum Glück aber weiter machen konnte. Während die Stimmung auf den Rängen von Beginn an überragend war, brauchten die Teams ein wenig, um in Schwung zu kommen. So blieben die ersten gut 10 Minuten abgesehen von einer Halb-Chance für die Italiener und einem abgeblockten Kopfball nach schönem Flügellauf und anschließender Flanke von Bastian Oczipka noch arm an Torchancen.

In der 13. Minute musste Lukas Hradecky dann bei der ersten echten Torchance direkt hinter sich greifen, als Gómez zum 1:0 traf. In der 16. Minute hätte es schon 2:0 stehen können, doch unser finnischer Schlussmann konnte diesmal mit einem überragenden Reflex gegen D’Alessandro retten. Die darauf folgende Ecke brachte nichts ein, allerdings blieben die Lombarden weiterhin gefährlich und hatten in der 20. Minute die nächste gute Chance, doch der Schuss nach einer flachen Hereingabe von links ging neben das Tor. Gegen die hoch stehenden Bergamasci taten sich die Adlerträger schwer, konnten zumindest aber in der 20. Minute einen Eckball herausholen, der jedoch gut verteidigt wurde.

Auch in der 25. Minute blieb das Spiel unserer Eintracht noch zu wenig zwingend, als Atalanta-Keeper Sportiello eine hohe Hereingabe locker herunter pflücken konnte. Knapp zwei Minuten später erzielten die Hessen dann ebenfalls mit ihrer ersten richtig gefährlichen Aktion den Ausgleich in Person von Alex Meier, der nach einem Abpraller zum 1:1 abstaubte. Durch den Treffer kam deutlich mehr Sicherheit ins Passspiel der Frankfurter, die nun souveräner kombinierten und ihre Ballbesitzanteile merklich erhöhen konnten. In der 40. Minute belohnte erneut Fußballgott Alex Meier sein Team mit der 2:1-Führung. Mit einem außerordentlich sehenswerten Distanzschuss überwand der „Lange“ den Torhüter, der nur Sekunden vorher aus seinem Kasten geeilt war, um einen weiten Pass auf den rechten Flügel abzufangen. Trotzdem hatten die Hausherren noch vor der Pause die Chance zum Ausgleich (44.), doch bei einer unübersichtlichen Situation im Fünfmeterraum waren stets ein Abwehrbein oder der gut reagierende Hradecky zur Stelle.

Später Ausgleich für Atalanta, die SGE mit den besseren Nerven vom Punkt 

Unverändert kamen beide Teams aus der Pause und auch sonst blieb das Spiel erst einmal gleich - nämlich ein Duell auf Augenhöhe. Während die Schwarz-Blauen defensiv weiterhin gut und dynamisch gegen den Ball arbeiteten, versuchte die Elf von Niko Kovac, die Situationen bevorzugt spielerisch zu lösen. Die erste Torchance im zweiten Durchgang gab es dann in Minute 53 für die Gastgeber, doch ein Frankfurter Abwehrspieler konnte für den geschlagenen Hradecky klären. Aber auch die Eintracht blieb gefährlich und so wäre Rebic nach einem Abstimmungsfehler in der Innenverteidigung von Bergamo beinahe noch allein vor dem Keeper zum Torabschluss gekommen, der jedoch in letzter Sekunde verhindert werden konnte. Auch Branimir Hrgota, heute in vorderster Front aufgeboten, sorgte mehrfach für Unruhe in der gegnerischen Hälfte und war zumeist nur durch ein Foulspiel zu stoppen.

In der 73. Minute hatte der Sekunden zuvor eingewechselte Niederländer Luc Castaignos mit seinem ersten Ballkontakt das dritte Tor auf dem Fuß, sein Schuss ging allerdings um Haaresbreite am Winkel vorbei, zudem hatte der Linienrichter ohnehin knapp auf Abseits entschieden. Es dauerte bis zur 78. Minute, als die Heimfans den Torschrei schon auf den Lippen hatten, doch erst konnte Abwehrchef Abraham im Liegen klären, bevor sich Neu-Adler Omar Mascarell mutig in den Nachschuss warf.

Zehn Minuten vor Schluss dann noch einmal frische Kräfte für die Offensive: Haris Seferovic kam für den Doppeltorschützen Alexander Meier, der sich schon mal den wohl verdienten Applaus der nach wie vor lautstarken Gästefans abholen durfte. Noch mehr Grund zum Jubeln hatten allerdings die Heimfans, denn nach einem Freistoß aus dem Halbfeld traf Innenverteidiger Toloi zum nicht unverdienten Ausgleich vor 9.834 Zuschauern. Minuten vor dem Ende dann fast noch der Siegtreffer für die Lombarden, doch die Hereingabe in den Fünfmeterraum kam zu scharf für Gómez. Da in der Nachspielzeit weder eine Freistoßhereingabe von Huszti aus dem Halbfeld noch die anschließende Ecke zum Erfolg führten, musste die an diesem Abend ausgespielte „Trofeo Achille e Cesare Bortolotti“ im Elfmeterschießen entschieden werden. Dort behielt die Eintracht nach einem eigenen und zwei Fehlschlüssen des Gegners mit 4:3 die Oberhand. Somit konnte sich die Eintracht mit einem guten Gefühl und einer Trophäe aus Italien verabschieden. Arrivederci e grazie, Atalanta!

So spielte die Eintracht:
Hradecky - Varela, Abraham, Chandler, Oczipka - Huszti, Mascarell, Rebic (72. Castaignos), Meier (80. Seferovic), Gacinovic (90. Blum) - Hrgota.

Tore:
1:0 Gómez (13.)
1:1 Meier (27.)
1:2 Meier (40.)
2:2 Toloi (85.)

Elfmeterschießen:
1:0 Gómez
1:1 Huszti
2:1 Petagna
X Sportiello hält gegen Seferovic
3:1 Raimondi
3:2 Blum
X Hradecky hält gegen Sportiello
3:3 Mascarell
X Zukanovic an den Pfosten
3:4 Hrgota

Doppelpacker Alexander Meier zum Spiel: „Die ersten 20 Minuten waren nicht so gut, aber dann haben wir ein gutes Spiel gemacht. Insgesamt konnten wir über 90 Minuten gegen einen starken Gegner gut mithalten.“

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