Vor 24.400 Zuschauern in der MDCC-Arena gewann die Eintracht gegen den 1. FC Magdeburg in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 4:3 im Elfmeterschießen. Nach der regulären Spielzeit hatte es 1:1 gestanden. Hrgota (7.) und Hammann (86.) erzielten die Tore, Hector sah die Gelb-Rote Karte (100.).

Magdeburg sge0044099 Torschütze Branimir Hrgota (links) freut sich mit Luc Castaignos über das 1:0.

Zum ersten Pflichtspiel der Saison 2016/17 schickte Eintracht-Trainer Kovac folgende Startelf aufs Feld: Hradecky – Varela, Hector, Abraham, Oczipka – Mascarell, Huszti – Castaignos, Meier, Gacinovic – Hrgota. Somit kamen gleich vier Neuzugänge zu ihrem Wettkampf-Debüt für die SGE.

Hrgota schießt die Eintracht in Führung

Die ganz in rot gekleidete Eintracht war zu Beginn die aktivere Mannschaft und hatte mehr vom Spiel als der 1. FC Magdeburg. Zu einer Torchance kamen die Gäste zwar erst in der 7. Minute, aber diese nutzten sie auch gleich zur frühen Führung: Nach einem punktgenauen, langen Ball von Mascarell pflückte Hrgota das Leder herunter, verlud Puttkammer und Handke und ließ auch dem Magdeburger Torhüter Zingerle keine Abwehrchance – 1:0 für die Eintracht! Der Treffer war Hrgotas fünftes Tor in seinem sechsten Pokalspiel.

Die Hausherren antworteten mit einem Fernschuss durch Brandt, der knapp übers Tor ging (9.). Nur zwei Minuten später musste Hradecky sein ganzes Können bei einem satten Schuss von Handke zeigen: Mit einer Hand konnte der Finne den volley abgefeuerten Ball gerade noch abwehren. In der 16. Minute hatte der Frankfurter Torwart hingegen keinerlei Mühe mit einem Freistoß. Die genannten Chancen verdeutlichen jedoch, dass der FCM in dieser Phase des Spiels den Favoriten aus Frankfurt durchaus vor Probleme stellte.

Frankfurt mit Mühe beim Spielaufbau

In der 22. Minute sah Brandt bei einem Gerangel vor einem Frankfurter Eckball die Gelbe Karte. Die Ecke köpfte Abraham zwar aufs Tor, doch Zingerle war zur Stelle und fing den Ball. Kurz darauf hatte die Eintracht Glück, als Meier einen weiten Einwurf der Gastgeber unabsichtlich mit dem Kopf verlängerte. Glücklicherweise war kein Magdeburger zur Stelle, um den Ball zu verwerten. Auch in der Folge war es der Drittligist, der mehr für die Offensive tat als die Gäste, denen man ansah, dass ihnen noch etwas die Wettkampfpraxis fehlte. Auch an der Abstimmung haperte es bei den Hessen hier und da, was angesichts der neu zusammengestellten Mannschaft allerdings auch nicht verwunderlich war.

Nach einer halben Stunde hielt Hradecky einen weiteren Fernschuss. Vor des Gegners Tor kombinierte sich die Eintracht in der 38. Minute: Nach einem Foul an Gacinovic kurz vor der Strafraumgrenze bekam die Eintracht einen Freistoß zugesprochen. Diesen trat der Gefoulte aus halblinker Position knapp übers Tor. Vier Minuten später sah Mascarell die Gelbe Karte für ein Foulspiel im Mittelfeld. Daraufhin bat der Schiedsrichter, Markus Schmidt, die Teams zum Pausentee.

Zweite Halbzeit

Auch in der zweiten Halbzeit waren die Magdeburger der Eintracht ein ebenbürtiger Gegner. Das Spiel war nicht unbedingt schön anzusehen, aber umkämpft und spannend.

Nach einer längeren Unterbrechung, die die ungewöhnlich lange Nachspielzeit erklärt, kam Hasebe für Castaignos ins Spiel (65.). Vier Minuten später sah der Japaner die Gelbe Karte für ein Foulspiel kurz vor der Strafraumgrenze. Der Freistoß wurde von der Mauer zur Ecke abgefälscht. Den zweiten Ball sicherte sich Magdeburg: Butzen zog wuchtig ab, Hradecky klärte abermals zur Ecke.

Magdeburg gleicht durch einen abgefälschten Freistoß aus

In der 77. Minute wurde Müller für Brandt eingewechselt. Die Eintracht bemühte sich, Struktur ins Spiel zu bekommen, was allerdings nur ansatzweise gelang. Immerhin schafften es die Frankfurter überwiegend, den Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten.

Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit sah Hector allerdings für ein Foulspiel die Gelbe Karte, und der folgende Freistoß sollte nicht folgenlos bleiben: Der Ball wurde von Hammann aus halblinker Position kurz vor der Strafraumgrenze getreten und von der Mauer für Hradecky unhaltbar abgefälscht – so stand es plötzlich 1:1 (86.).

Beinahe wäre der Eintracht postwendend die erneute Führung gelungen, doch Meiers Schuss aus kurzer Distanz nach einem Eckball konnte geblockt werden. Sodann kam Chahed für Farrona-Pulido ins Spiel (90.). Bei der Eintracht betrat Blum für den Torschützen Hrgota das Spielfeld (90. +4). Kurz vor Ende der Nachspielzeit hatte Beck den Siegtreffer auf dem Fuß. Der Magdeburger Stürmer war frei durch und hatte nur noch Hradecky vor sich. Der Finne blieb allerdings cool und wehrte Becks Schuss sicher ab (90. +10).

Erste Halbzeit der Verlängerung: Hector sieht die Gelb-Rote Karte

In der 96. Minute trat Blum einen Freistoß aus etwa 25 Metern knapp am Magdeburger Tor vorbei. Vier Minuten später wurde Hector des Feldes verwiesen. Der Frankfurter traf beim dem Versuch, den sprintenden Schwede vom Ball zu trennen, nach Auffassung von Schiedsrichter Schmidt offenbar zuerst den Gegner und erst dann den Ball.

Chandler kam daraufhin für Gacinovic ins Spiel (101.). Bei Magdeburg verließ Schwede sodann für Exslager das Feld (103.). In der 105. Minute wurde Meier von Huszti in Szene gesetzt, doch der Schuss des Frankfurter Kapitäns ging übers Tor. Auf der anderen Seite parierte Hradecky einen Schuss (105. +1).

Verlängerung – Teil 2

Bei beiden Teams begannen die Kräfte allmählich zu schwinden. Ein geordneter Spielaufbau fand kaum noch statt, vieles blieb Stückwerk. Die Eintracht versuchte, mit einem Mann weniger vornehmlich die Räume eng zu machen und hin und wieder Nadelstiche zu setzen. Gelegentlich gelang dies zwar, aber wirklich zwingende Aktionen gelangen den Frankfurtern nicht. Vieles sprach dafür, dass die Entscheidung durch ein Elfmeterschießen fallen würde.

Magdeburg erzielte in der 116. Minute noch ein Tor, aber – wie das Schiedsrichtergespann richtig erkannte – eindeutig aus einer Abseitsposition heraus. Der Treffer zählte folglich nicht. Auch in der 120. Minute stand ein Magdeburger bei einem Schuss im Abseits – Hradecky hatte den Ball ohnehin gehalten.

Elfmeterschießen

  • 1:0 Hammann
  • 1:1 Meier
  • Puttkammer schießt an den Pfosten
  • 1:2 Huszti
  • Hradecky hält gegen Müller
  • Zingerle hält gegen Hasebe
  • 2:2 Exslager
  • Zingerle hält gegen Mascarell
  • 3:2 Beck
  • 3:3 Blum
  • Hradecky hält gegen Löhmannsröben
  • 3:4 Varela
  • 0'
    Anpfiff Icon
    Anpfiff
  • 7'
    Eintracht Frankfurt
    Goal Tor
    Branimir Hrgota
  • 22'
    1. FC Magdeburg
    Card yellow Gelbe Karte
    Niklas Brandt
  • 42'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Omar Mascarell
  • 46'
    Halbzeit Icon
    Halbzeit
  • 54'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Makoto Hasebe für Luc Castaignos
  • 58'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Makoto Hasebe
  • 67'
    1. FC Magdeburg
    Switch Wechsel
    Gerrit Müller für Niklas Brandt
  • 74'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Michael Hector
  • 75'
    1. FC Magdeburg
    Goal Tor
    Nico Hammann
  • 79'
    1. FC Magdeburg
    Switch Wechsel
    Tarek Chahed für Manuel Farrona-Pulido
  • 83'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Danny Blum für Branimir Hrgota
  • 121'
    Abpfiff Icon
    Abpfiff
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