Die Eintracht und Borussia Mönchengladbach haben sich im Topspiel des 26. Spieltags 0:0 getrennt. Die größte Chance für die überlegenen Gastgeber vergab Marco Fabián, der mit einem Handelfmeter an Yann Sommer scheiterte (78.).

Sge bmg339 Branimir Hrgota setzt sich gegen Jannik Vestergaard durch

Eintracht-Coach Niko Kovac veränderte seine Startformation im Vergleich zum 0:0 vor zwei Wochen gegen den Hamburger SV auf zwei Positionen: Der wieder genesene Jesús Vallejo durfte genauso wie Taleb Tawatha von Beginn an auflaufen, dafür rotierten Marco Russ und Michael Hector auf die Ersatzbank. Verzichten musste die SGE auf Kapitän Alex Meier, der wegen Fersenproblemen derzeit nicht trainieren kann. Taktisch formierte Kovac seine Mannschaft in einem 3-6-1-System, in dem David Abraham, Bastian Oczipka und Vallejo die Dreierkette in der Abwehr bildeten. Auf den Außenverteidigerpositionen sollten Timothy Chandler und Tawatha die Seiten dicht halten und auch offensiv für Schwung sorgen. Marco Fabián und Ante Rebic bildeten wie schon gegen den HSV das offensive Mittelfeld, in vorderster Front verdingte sich einmal mehr Branimir Hrgota.

Die 51.500 Zuschauer in der restlos ausverkauften Commerzbank-Arena sahen bei frühlingshaften Bedingungen nach handgestoppten 15 Sekunden die erste große Chance für die SGE: Hrgota machte einen langen Schlag aus der Abwehr gut im Sechzehnmeterraum fest und legte ab auf Fabián; dessen Schuss aus 14 Metern wurde abgefälscht zur unangenehmen Prüfung für Gladbach-Keeper Yann Sommer, der den Ball nach vorne abklatschte – doch Rebic konnte den Abpraller nicht im Tor unterbringen (1.).

Rebic vergibt frühe Großchance

Die Eintracht begann vor eigenem Publikum schwungvoll und drängte die Gäste zu Beginn weit in deren Hälfte. Doch in der 6. Minute mussten die Kovac-Schützlinge eine Schrecksekunde überstehen: Lukas Hradecky sprang ein Rückpass von Oczipka über den Fuß und landete fast im eigenen Tor – doch der Keeper rettete in letzter Sekunde auf der Linie. Im Gegenzug war wieder die SGE dran: Hrgota setzte sich im gegnerischen Strafraum erneut stark gegen Andreas Christensen durch und flankte in die Mitte, wo Fabián verpasste (7.).

Den aggressiv auftretenden Adlerträgern gehörte klar die Anfangsphase: Im Anschluss an einen Eckball brachte Omar Mascarell den Ball zurück in den Sechzehner, wo Abraham aus 15 Metern zum Seitfallzieher ansetzte, mit dem technisch anspruchsvollen Abschluss das Tor aber knapp verfehlte (16.).

Eintracht drängt auf die Führung

Die Fohlen ihrerseits präsentierten sich in den ersten 25 Minuten überraschend passiv, ließen die Eintracht kommen und kamen selbst nicht in Nähe des gegnerischen Strafraums. Stattdessen waren es immer wieder die Adlerträger, die voller Leidenschaft und Power aufs Gaspedal traten: Erst flankte Chandler nach feinem Zuspiel von Fabián aus vollem Lauf in die Mitte, wo Tawatha mit seinem Kopfball nur den linken Pfosten traf (25.), dann wurde ein Fabián-Schuss nach erneut toller Chandler-Vorarbeit im letzten Moment geblockt (26.). Die Gladbacher hatten Mitte der ersten Halbzeit nur einen harmlosen Distanzschuss von Oscar Wendt anzubieten, der in den Armen von Hradecky landete (28.).

Und so ging es weiter: Die SGE ließ der Borussia kaum Luft zum Atmen, gewann viele wichtige Zweikämpfe im Mittelfeld und trug immer wieder gefährliche Angriffe nach vorne. In der 35. Minute setzte sich Rebic auf dem linken Flügel stark gegen Tony Jantschke durch und passte in die Mitte zu Fabián – doch der mexikanische Spielmacher wartete zu lange mit dem Abschluss, sein Schuss wurde geblockt.

In einer einseitigen Bundesligapartie, in der die heimische Eintracht in den ersten 45 Minuten klar den Ton angab und vier gute Torchancen hatte, ging es mit dem 0:0 in die Pause.

0:0 zur Halbzeit

Die erste Duftmarke in der zweiten Hälfte setzten dann die Gäste: Nach einer Flanke des eingewechselten Nico Elvedi kam Thorgan Hazard im Strafraum frei zum Schuss, doch traf den Ball aus 14 Metern nicht richtig – vorbei (48.).

Es war der Auftakt einer Phase, in der die Gladbacher erstmals das Heft des Handelns in der Commerzbank-Arena in die Hand nahmen, selbst aktiver im Offensivspiel wurden und mehr Ballbesitz verbuchten. Nach einem Konter hatte Jonas Hofmann die bis dato beste Chance für die Borussia, doch seine Direktabnahme aus 17 Metern strich deutlich über den Kasten (58.).

Doch die Eintracht blieb selbst am Drücker: Der gut aufgelegte Fabián spielte wunderbar Hrgota frei, der allein aufs Tor zulief, aus spitzem Winkel aber am gut stehenden Gladbach-Schlussmann Sommer scheiterte (59.).

Gladbach besser im Spiel, Hrgota lässt Großchance liegen

Auf der Gegenseite profitierte Lars Stindl von einem Fehler der Gastgeber im Mittelfeld und bediente Hofmann, der in aussichtsreicher Position im Sechzehner die falsche Entscheidung traf und in die Mitte passte, statt selbst abzuschließen – Abraham stand richtig und klärte die Situation (61.).

Mitte der zweiten Halbzeit stand das Spiel auf Messers Schneide: Es stand immer noch 0:0 und anders als in der ersten Halbzeit spielten beide Mannschaften nach vorne und wollten in einer unterhaltsamen Bundesligabegegnung die Führung. Aber: Echte Torchancen blieben erst einmal Mangelware.

Bis zur 72. Minute: Nach einer Freistoßflanke von Fabián köpfte Abraham aus zwölf Metern aufs Tor, doch Sommer konnte auch diesen Ball parieren. Kurz darauf wurde eine Flanke von Chandler zur gefährlichen Bogenlampe für Sommer, die Kugel landete aber auf dem Tordach (74.).

Sommer hält Handelfmeter von Fabián

In der 78. Minute bekam die SGE die größte Chance der Partie, als Wendt nach einem Eckball die Kugel absichtlich mit der Hand spielte und Schiedsrichter Harm Osmers auf Handelfmeter entschied: Marco Fabián nahm sich der Sache an, schoss eigentlich gut platziert ins linke Toreck – doch Yann Sommer parierte den Elfmeter mit einer Glanztat.

Der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Doch die Hausherren machten einfach weiter: Gacinovic setzte sich auf der linken Bahn durch und passte in den Rücken der Abwehr, wo Seferovic sofort abschloss, der Schuss aber einmal mehr von einem Gladbacher Abwehrbein geblockt wurde (80.).

Strobl sieht Gelb-Rot

In der 85. Minute sah Gladbachs Tobias Strobl nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte – die Eintracht war in den letzten Minuten der Partie in Überzahl. Es passierte jedoch bis auf einen Kopfball von Michael Hector, der über das Tor strich (90.+2), nichts mehr.

Am Ende blieb es beim 0:0 in einem Spiel, das die SGE über weite Strecken überlegen gestaltete, ein klares Plus an Torchancen hatte und sogar einen Strafstoß vergab. Trotz kämpferisch und fußballerisch richtig guter Leistung wollte das entscheidende Tor aber einfach nicht fallen. Sei’s drum: Auf dieser Leistung können die Kovac-Schützlinge für die nächsten Tage und Wochen wahrlich aufbauen.

Es bleibt beim torlosen Unentschieden

Am kommenden Dienstag (20 Uhr) ist die Eintracht in der Mitte der englischen Woche beim 1. FC Köln zu Gast.

  • 0'
    Anpfiff Icon
    Anpfiff
  • 21'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Jesús Vallejo
  • 43'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Omar Mascarell
  • Halbzeit Icon
    Halbzeit
  • 45'
    Borussia Mönchengladbach
    Switch Wechsel
    Nico Elvedi für Tony Jantschke
  • 56'
    Borussia Mönchengladbach
    Card yellow Gelbe Karte
    Tobias Strobl
  • 68'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Haris Seferovic für Ante Rebic
    Borussia Mönchengladbach
    Switch Wechsel
    Patrick Herrmann für Jonas Hofmann
  • 76'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Michael Hector für Taleb Tawatha
  • 77'
    Borussia Mönchengladbach
    Card yellow Gelbe Karte
    Tobias Sippel
  • 78'
    Borussia Mönchengladbach
    Card yellow Gelbe Karte
    Oscar Wendt
  • 81'
    Borussia Mönchengladbach
    Switch Wechsel
    André Hahn für Thorgan Hazard
  • 83'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Timothy Chandler
  • 85'
    Borussia Mönchengladbach
    Card mixed Gelb-Rote Karte
    Tobias Strobl
  • 89'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Branimir Hrgota
  • 90'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Aymen Barkok für Mijat Gacinovic
  • 93'
    Abpfiff Icon
    Abpfiff
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