Nach Toren von Ibisevic (52.) und Darida (83.) unterlag die Frankfurter Eintracht der gastgebenden Berliner Hertha mit 0:2 (0:0). Das erste Tor war wohl irregulär, die Gastgeber hätten allerdings eventuell vorher einen Elfmeter bekommen können. Seferovic sah in der 78. Minute die Rote Karte. Die Partie fand vor 43.323 Zuschauern im Berliner Olympia-Stadion statt.

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Aufgrund von Verletzungen und Sperren musste Eintracht-Trainer Niko Kovac einige Veränderungen in der Frankfurter Mannschaft vornehmen: Varela, Hector, Besuschkow, Gacinovic und Tawatha liefen anstelle von Abraham (Rotsperre), Vallejo (Muskelfaserriss), Mascarell (10. Gelbe Karte), Barkok und Meier (beide Ersatzbank) auf. Formationstechnisch gesehen bildeten Chandler, Hector und Oczipka die letzte Verteidigungslinie, Hasebe und Gacinovic agierten im defensiven Mittelfeld.

Zu nennenswerten Torraumszenen kam es in den ersten Minuten der Partie nicht. Bereits in der 4. Minute sah Brooks für ein Foul an Seferovic allerdings die Gelbe Karte. Mit dem fälligen Freistoß aus etwa 30 Metern verfehlte Besuschkow das Tor jedoch deutlich.

Beide Teams bemühten sich zwar, Gefahr vor dem gegnerischen Tor zu kreieren, legten jedoch großen Wert darauf, keine Konter zu fangen. Die Folge war, dass es die Offensiv-Spieler beider Teams regelmäßig mit einer Übermacht an gegnerischen Defensiv-Leuten zu tun hatten und kein Durchkommen fanden.  Formulieren wir es so: Die Zuschauer bekamen ein von der Taktik geprägtes Spiel zu sehen.

Jarstein verhindert die Eintracht-Führung

Immerhin: In der 23. Minute wurde ein Fernschuss von Seferovic zur Ecke geblockt. Und knappe zehn Minuten später hatte die Eintracht eine wirklich nennenswerte Torchance: Seferovic schickte den agilen Rebic mit einem tollen Steilpass auf Reisen. Rebic entwischte seinen Gegenspielern und war frei vor dem Berliner Keeper Jarstein, der lange abwartete und das 1:1-Duell gegen den Frankfurter leider gewann.

Die Hertha hatte zwar etwas mehr Ballbesitz als die Eintracht, sollte offensiv aber weiterhin keine Akzente setzen. Hier und da gabs eine Ecke, das wars. Haraguchi fing sich vor der Halbzeit noch eine Gelbe Karte ein (40.). Kalous wenig später folgender Kopfball – die erste, echte Torgelegenheit der Gastgeber – war eine sichere Beute für Hradecky.

Zweite Halbzeit: Berlin geht durch ein irreguläres Tor in Führung

Der zweite Durchgang begann ohne personelle Wechsel. Die Eintracht kam schnell zu einem Eckball, aber auch dieser brachte nichts ein. Auf der Gegenseite unterband Varela einen Angriff der Hausherren (48.).

Drei Minuten später sollte es im Kasten der Hessen klingeln: Kalou, der sich zunächst vielleicht noch auf gleicher Höhe wie die Eintracht-Defensive befand, wurde per Pass bedient. Oczipka eilte herbei und setzte zur Grätsche an. Kalou stolperte – man hätte hier wohl auf Elfmeter entscheiden können. Wie dem auch sei: Kalou jedenfalls lag nun – diesmal eindeutig in Abseitsposition – Hradecky im Weg. Der Ball rollte Ibisevic vor die Füße. Der Hertha-Stürmer hatte wenig Mühe, das Spielgerät aus kurzer Distanz links an Hradecky vorbei ins Tor zu schießen, da der Eintracht-Torwart durch den im Weg liegenden Kalou am schnellen Herauskommen gehindert wurde. Kalou griff damit – obgleich er „nur“ am Boden lag – aktiv ins Spielgeschehen ein. Der Treffer hätte folglich so nicht zählen dürfen. Er zählte aber – es stand 0:1 aus Sicht der Gäste (52.).

Sieben Minuten später sah Gacinovic die Gelbe Karte für ein Foulspiel. In der 65. Minute wechselte die Eintracht zum ersten Mal: Tarashaj kam für Besuschkow ins Spiel – ein offensiver Wechsel. Eine Minute später stand der startende Gacinovic bei einem Pass von Rebic leider knapp im Abseits. In der 69. Minute folgte Eintracht-Wechsel Nummer 2: Blum für Varela ins Spiel – Kovac erhöhte das Risiko angesichts der fortschreitenden Zeit noch ein wenig mehr. Die Hessen taten sich jedoch schwer, Löcher in den gut formierten Defensiv-Verbund der Gastgeber zu reißen.

Eine Viertelstunde vor Spielende wurde Hector verwarnt – er traf einen Gegenspieler beim Kampf um den Ball versehentlich mit dem Arm im Gesicht. Zwei Minuten darauf fasste sich der Jamaikaner ein Herz und zog aus der Ferne ab. Der Schuss wurde zur Ecke abgefälscht.

Seferovic sieht rot – im wahrsten Sinne des Wortes

In der 78. Minute schwächte sich die Eintracht zu allem Überfluss selbst: Seferovic wurde von Stark am Trikot gezogen und wischte dafür mit der Hand nach hinten. Er traf Stark dabei. Das Schiedsrichtergespann wertete die Szene nachvollziehbarerweise als Tätlichkeit und schickte den Eintracht-Stürmer vorzeitig zum Duschen.

Die Hertha kam nun vermehrt zu Kontern, spielte diese aber mit einem Mann mehr auf dem Platz nicht gut aus. Dennoch gelang den Hauptstädtern ein weiteres Tor: Nachdem Hradecky einen Plattenhardt-Schuss zunächst noch abwehren konnte, flankte der gerade erst eingewechselte Mittelstädt butterweich auf Darida, dessen wuchtiger Kopfball in den Maschen landete: 0:2 aus Eintracht-Sicht (83.). Mit zehn Mann konnte die Eintracht die Niederlage nicht mehr abwenden.

Fazit

Bittere Kiste: Nachdem die Eintracht im ersten Durchgang das bessere Team war und durch Rebic beinahe in Führung gegangen wäre, gelang ihr im zweiten Durchgang nicht mehr viel, der Hertha hingegen umso mehr: Sie ging durch ein kurioses und in dieser Form auch irreguläres Tor in Führung. Nachdem Seferovic wegen einer Tätlichkeit des Feldes verwiesen wurde, machte Darida für die Hertha alles klar.

  • 0'
    Anpfiff Icon
    Anpfiff
  • 4'
    Hertha BSC
    Card yellow Gelbe Karte
    John Brooks
  • 40'
    Hertha BSC
    Card yellow Gelbe Karte
    Genki Haraguchi
  • 46'
    Halbzeit Icon
    Halbzeit
  • 52'
    Hertha BSC
    Goal Tor
    Vedad Ibisevic
  • 58'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Mijat Gacinovic
  • 63'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Shani Tarashaj für Besuschkow
  • 69'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Danny Blum für Guillermo Varela
  • 75'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Michael Hector
  • 78'
    Eintracht Frankfurt
    Card red Rote Karte
    Haris Seferovic
  • 81'
    Hertha BSC
    Switch Wechsel
    Maximilian Mittelstädt für Salomon Kalou
  • 83'
    Hertha BSC
    Goal Tor
    Vladimir Darida
  • 87'
    Hertha BSC
    Switch Wechsel
    Fabian Lustenberger für Sebastian Langkamp
  • 89'
    Hertha BSC
    Switch Wechsel
    Ondrej Duda für Vladimir Darida
  • 91'
    Abpfiff Icon
    Abpfiff
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