In einer lange Zeit hart umkämpften, aber auch einseitigen Bundesligapartie schlug die Eintracht den SV Darmstadt 98 im Hessen-Derby mit 2:0 (0:0). Die Tore für die Hausherren erzielten Hasebe per Foulelfmeter (74.) und der bärenstarke Rebic.

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Eintracht-Coach Niko Kovac nahm im Vergleich zum 1:0-Auswärtssieg auf Schalke zwei Änderungen in der Startformation vor: Keeper Lukas Hradecky kehrte nach abgesessener Rotsperre genauso in die Mannschaft zurück wie Ante Rebic, der in der Vorwoche wegen der 5. Gelben Karte fehlte. Dafür rotierten Heinz Lindner und Youngster Aymen Barkok wieder auf die Bank. Taktisch formierte Kovac etwas überraschend ein 4-2-2-2-System und kehrte in der Abwehr zur Viererkette zurück, Makoto Hasebe rückte ins defensive Mittelfeld an die Seite von Omar Mascarell. Mijat Gacinovic (rechts) und Rebic bildeten die offensiven Außen, die die Angreifer Alex Meier und Branimir Hrgota mit Vorlagen füttern und so dabei helfen sollten, den Darmstädter Abwehrriegel zu knacken.

Schon unmittelbar vor dem Anpfiff kamen die 51.000 Zuschauer in der fast ausverkauften Commerzbank Arena auf ihre Kosten: Die Ultras sorgten mit allen Fans auf der Nordwestkurve für eine fantastische Choerografie in schwarz und weiß, die unter dem Motto „Mit dem Adler auf der Brust und dem 12. Mann im Rücken“ stand.

Mit dieser Extramotivation legte die SGE gleich mal schwungvoll los und kam nach genau 60 Sekunden über Hrgota und Gacinovic erstmals gefährlich in den Strafraum – aber noch nicht zum Abschluss. Kurz darauf fand eine Hereingabe von Hasebe am langen Pfosten Timothy Chandler, doch der Rechtsverteidiger wurde von Darmstadts Fabian Holland entscheidend am Torschuss gehindert (3.). Nach 13 Minuten fasste sich Rebic aus gut 25 Metern ein Herz und zog ab, doch der Schuss landete in den Armen von Lilien-Keeper Michael Esser.

Eintracht beginnt mit Schwung nach toller Choreo

Aber auch die Gäste aus Darmstadt näherten sich in der Anfangsphase dem gegnerischen Tor an: Nach einem Fehlpass von Hradecky versuchte es Ex-Adlerträger Jan Rosenthal mit einem Heber aus fast 30 Metern, doch die Kugel segelte knapp über den Kasten (15.). Wenige Minuten später kam Sidney Sam von der Strafraumkante mit links zum Abschloss, verzog aber deutlich (18.).

Es war schon in den ersten 20 Minuten eine Bundesligabegegnung, die eines Derbys würdig war. Beide Mannschaften gingen mit viel Leidenschaft und Aggressivität zu Werke, es war mächtig Feuer in der Partie und es gab Strafraumszenen hüben wie drüben. Nach einer schnellen Umschaltaktion im Mittelfeld spielte Hrgota Rebic im Sechzehner frei, doch der Kroate verzog aus spitzem Winkel (19.).

Lilien halten dagegen – und setzen Nadelstiche

Mitte der ersten Halbzeit wurde das Spiel dann ausgeglichener. Die Darmstädter stellten sich besser auf den Offensivschwung der Eintracht ein und versuchten ihrerseits, immer wieder eigene Nadelstiche in der Offensive zu setzen. Die größte Chance in der Partie bis dato hatte Lilien-Kapitän Aytac Sulu, der nach einer Ecke aus der Drehung zum Schuss kam, aus sieben Metern den Kasten von Hradecky aber knapp verfehlte (34.).

Die Kovac-Schützlinge mühten sich indes weiter, mit vielen Pässen in die Tiefe die letzte Kette der Gäste zu überspielen, was gegen die aufmerksame Deckungsreihe im ersten Durchgang aber zu selten so gelang, wie in der 42. Minute: Da spielte Hasebe wunderbar den einmal mehr emsigen Rebic frei, dessen Hereingabe von links Gacinovic fand – doch der Schuss des Serben aus zwölf Metern wurde geblockt.

Und so ging es mit dem letztlich gerechten 0:0 in die Halbzeitpause.

0:0 zur Pause

Zu Beginn der zweiten Halbzeit nahm die SGE das Heft des Handelns gleich wieder in die Hand und drängte die Gäste aus Darmstadt weit in deren Hälfte. Aber es fiel den Hausherren weiterhin schwer, zu wirklich gefährlichen Abschlusssituationen zu kommen. Hrgota zog mal aus 21 Metern mit seinem starken linken Fuß ab, verfehlte das Gehäuse aber deutlich (52.).

An diesem Bild änderte sich auch ab der 60. Minute nicht viel: Die Eintracht gab klar den Ton an, hatte deutlich mehr Ballbesitz und auch gute spielerische Ideen, um ins letzte Drittel vorzustoßen. Aber spätestens im Strafraum machten die Gäste, die selbst so gut wie gar nicht zu offensiver Entlastung kamen, die Schotten dicht und verteidigten gerade auch die vielen Standardsituationen der Adlerträger mit kühlem Kopf.

Eintracht drückt, aber der entscheidende Punch fehlt

Und so kam die SGE bis in die Schlussphase hinein nicht mehr zu nennenswerten und vor allem klaren Torchancen – bis zur 72. Minute: Da erkannte Rebic eine Lücke und hielt aus 20 Metern drauf – Lilien-Schlussmann Esser konnte mit einer Glanztat zur Ecke klären.

Die nachfolgende Ecke hatte es dann in sich: Oczipka brachte den Ball in die Mitte, wo Verteidiger Alexander Milosevic Jesús Vallejo zu Fall brachte – Schiedsrichter Manuel Gräfe zeigte auf den Punkt. Da Alex Meier die letzten beiden Strafstöße nicht verwandelt hatte, nahm sich diesmal Makoto Hasebe der Verantwortung an. Der japanische Stratege verwandelte aus elf Metern ganz sicher ins rechte Eck zum mittlerweile hochverdienten 1:0 für die Adlerträger (74.) – Darmstadts Keeper Esser flog in die andere Ecke.

Hasebe per Strafstoß zur SGE-Führung, Rebic legt nach

In der Folge des Führungstors war es der Eintracht keinesfalls nur daran gelegen, die knappe Führung zu verwalten. Die Gastgeber wollten den Schockzustand bei den Darmstädtern ausnutzen und drückten mit Macht auf den zweiten Treffer. Während der bärenstarke Rebic mit einem satten Freistoß aus 23 Metern noch an Esser scheiterte (80.), machte er es kurz darauf besser: Meier setzte sich im Laufduell gegen Milosevic durch, umkurvte Esser und gab punktgenau auf den durchgelaufenen Kroaten, der die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie drückte (83.) – das 2:0 und gleichzeitig die Entscheidung.

In der 88. Minute hatte Meier noch eine weitere gute Gelegenheit im Sechzehner, scheiterte aber am sehr guten Gästetorwart Esser. Nach den vier Minuten Nachspielzeit war es vollbracht: Die SGE schlug in einer lange Zeit ganz schweren Partie Darmstadt 98 hochverdient mit 2:0, weil man geduldig blieb, konzentriert nach vorne spielte und auf die eine große Chance wartete – und die kam dann ja auch. Durch den Sieg klettern die Adlerträger wieder auf Tabellenplatz 3.

Es bleibt beim 2:0 – SGE klettert wieder auf Platz 3

Am kommenden Mittwoch (20:45 Uhr) steht für die Eintracht das DFB-Pokal-Zweitrundenspiel bei Zweitligist Hannover 96 auf dem Programm, ehe es am nächsten Samstag (15:30 Uhr) mit dem Gastspiel bei Bayer Leverkusen in der Bundesliga weitergeht.

  • 0'
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    Anpfiff
  • 27'
    SV Darmstadt 98
    Card yellow Gelbe Karte
    Marcel Heller
  • 36'
    SV Darmstadt 98
    Card yellow Gelbe Karte
    Peter Niemeyer
  • 46'
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    Halbzeit
  • 62'
    SV Darmstadt 98
    Switch Wechsel
    Sandro Sirigu für Sidney Sam
  • 68'
    SV Darmstadt 98
    Switch Wechsel
    Antonio-Mirko Colak für Terrence Boyd
  • 73'
    SV Darmstadt 98
    Card yellow Gelbe Karte
    Alexander Milosevic
  • 74'
    Eintracht Frankfurt
    Goal Tor
    Makoto Hasebe (Elfmeter)
  • 75'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Shani Tarashaj für Branimir Hrgota
  • 78'
    SV Darmstadt 98
    Card yellow Gelbe Karte
    Aytac Sulu
  • 79'
    SV Darmstadt 98
    Switch Wechsel
    Hamit Altintop für Peter Niemeyer
  • 82'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Mijat Gacinovic
  • 83'
    Eintracht Frankfurt
    Goal Tor
    Ante Rebic
  • 85'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Aymen Barkok für Mijat Gacinovic
  • 88'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Besuschkow für Omar Mascarell
  • 89'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Aymen Barkok
  • 95'
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