Rechtzeitig zum Saisonauftakt präsentierten sich die Adlerträger in guter Form und konnten das Spiel gegen den FC Schalke 04 verdientermaßen für sich entscheiden. Dabei machte man die Partie durch einen verschossenen Strafstoß und einen Platzverweis sogar noch unnötig spannend.

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Gleichung mit vielen Unbekannten

Alles auf Anfang - das gilt nicht nur für die Bundesliga im Allgemeinen, sondern auch für unsere Eintracht im Speziellen. Nach der nervenaufreibenden Vorsaison, die unsere aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft im Endspurt doch noch zu ihren Gunsten entscheiden konnte, hat man sich in vielerlei Hinsicht neu aufgestellt. Am augenscheinlichsten ist dabei natürlich die Veränderung innerhalb des Kaders, welche dafür sorgte, dass einige neue Gesichter zum Bundesligaauftakt auf dem Rasen standen. Gleiches galt für die Gäste aus Gelsenkirchen, die unter anderem mit dem jungen Offensivspieler Breel Embolo einen neuen Rekordeinkauf getätigt haben. Gleichermaßen abgegriffen wie zutreffend war unter diesen Voraussetzungen die alte Feststellung, dass keine Mannschaft so früh in der Saison sagen kann wo sie steht, woran auch der hart erkämpfte Einzug in die nächste Runde im DFB-Pokal vom zurückliegenden Wochenende nicht allzu viel änderte.

Mit Spannung erwartet wurde die Aufstellung von Niko Kovac, der sich dazu entschied mit Hasebe, Mascarell und Huszti auf drei nominelle Sechser zu setzen, wenngleich sich Huszti später mehr auf die rechte Seite orientierte. Die Abwehr hingegen blieb im Vergleich zur Vorwoche unverändert, weshalb Neuzugang Jesus Vallejo erst einmal auf der Bank Platz nehmen musste und sich sein Pflichtspieldebüt damit noch verzögerte. Offensiv setze die Eintracht auf das in der Vorbereitung bereits gut aufgelegte Trio bestehend aus Gacinovic, Hrgota und Kapitän Alex Meier.

1. Halbzeit: Meier belohnt bärenstarke erste Viertelstunde

Die Eintracht legte gleich gut los und störte früh, weshalb ein etwas halbherziger Rückpass auf S04-Keeper Fährmann fast von einem Frankfurter Angreifer erobert werden konnte. Und die SGE blieb die ersten Minuten über spielbestimmend: Nach gerade einmal vier Minuten initiierte man einen schönen Angriff über den rechten Flügel, eingeleitet vom agilen Gacinovic, wobei die folgende Hereingabe zwar keinen Abnehmer fand, aber dennoch abgefälscht wurde und nur knapp am Pfosten vorbei ging. Nur Minuten später die nächste gefährliche Situation, als nach schönem Zuspiel auf einmal Gacinovic frei vorm Keeper der Gäste auftauchte und nur die Latte und ein Abwehrspieler gemeinsam das inzwischen verdiente 1:0 verhindern konnten. Und so ging es weiter, denn die drückenden Frankfurter erspielten sich direkt die nächste Großchance, doch der Abschluss von Alex Meier ging nach toller Kombination knapp über den Kasten. In der 13. Minute belohnte sich der „Fußballgott“ dann für das bisherige Pressing und erzielte überlegt das 1:0 per Flachschuss, nachdem er sich im 16er gut gegen zwei Schalker durchgesetzt hatte. Als abermals nur einen Wimpernschlag später das vermeintliche 2:0 durch eine tolle Einzelaktion von Gacinovic fiel, war die Aufregung im weiten Rund groß, denn die Offiziellen erkannten das Tor nicht an, da der Ball zuvor im Seitenaus gewesen war.

Eintracht nimmt den Fuß vom Gas

In der Folge hatte die SGE das Spiel im Griff, auch ein Eckball der Knappen konnte nicht wirklich für Gefahr für den Kasten von Hradecky sorgen. Stattdessen gelangen den überlegt agierenden Hausherren immer mal wieder kleine Nadelstiche, etwa als Alex Meier in einer Kontersituation zwei Gegenspieler stehen ließ, der folgende Pass aber nicht den Weg zum Mitspieler fand. Trotzdem deuteten auch die Königsblauen ihre Torgefahr an, jedoch wurde ein von Huntelaar erzieltes Tor wegen Abseitsstellung aberkannt. In der 34. Minute war es abermals Huntelaar, der nach flacher Hereingabe aber über das Tor schoss. Die Partie verflachte jetzt ein wenig, die Frankfurter gaben dem Gegner etwas mehr Räume, ohne die ganz große Gefahr für das eigene Gehäuse zuzulassen. Einzig ein Kopfball von Aogo nach einem Eckball kam gefährlich aufs Tor, wurde allerdings von Lukas Hradecky sicher gefangen. In der Nachspielzeit der ersten Hälfe bekam unsere Mannschaft ihrerseits noch einmal zwei Ecken zugesprochen, die allerdings folgenlos blieben.

2. Halbzeit: Chandler bringt frischen Schwung, Meier scheitert vom Punkt

Mit Beginn der zweiten Hälfte kam auf Seiten der Gäste Embolo für Di Santo, während Niko Kovac weiterhin dem gleichen Personal vertraute. Zumindest ein kleines Ausrufezeichen setzte Innenverteidiger Hector kurz nach dem Wiederanpfiff, als er den Turbo einschaltete und gleich mehrere Schalker per Dribbling überwand und nur durch ein Foul kurz hinter der Mittellinie gestoppt werden konnte. In der 56. Minute wechselte dann auch unsere Eintracht erstmals und brachte Chandler für Huszti. Der US-Nationalspieler hatte direkt die erste gute Aktion, als er sich dank seiner Antrittsstärke auf dem rechten Flügel gut durchsetzte, bevor er regelwidrig zu Fall gebracht wurde. Und die rechte Seite blieb im Fokus, doch gleich zwei aussichtsreiche Kontersituationen konnten vom Ex-Frankfurter Fährmann bei den jeweiligen Hereingaben gut antizipiert werden. In der 66. Minute ergab sich die große Chance auf 2:0 zu erhöhen, doch der sonst so sichere Schütze Alex Meier scheiterte am besten Schalker an diesem Tag, da Fährmann den Schuss parieren konnte. Auch die nachfolgende Ecke bracht nichts ein, bevor Wolfgang Stark die Spieler bei brütender Hitze zur zweiten Trinkpause der Partie bat.

Rot für Hector, doch die starke Mannschaft hält die Null

Knapp 20 Minuten vor dem Ende hatten die Königsblauen dann ihr Wechselkontingent erschöpft und mit Bentaleb und Baba zwei frische Kräfte gebracht. Die Mannschaft von Markus Weinzierl erhöhte jetzt merklich den Druck und drängte auf den Ausgleich. In der 79. wurde die Situation noch brenzliger, denn Hector sah nach einer Notbremse die rote Karte. Den darauffolgenden Freistoß in aussichtsreicher Position spielte Geis flach auf den frei stehenden Huntelaar, doch Hradecky reagierte mit einem Weltklassereflex und hielt die knappe Führung der Eintracht so aufrecht. Inzwischen war Vallejo für Hrgota ins Spiel gekommen, um die Defensive zu stärken. Was auch bitter nötig war, denn der Europa League-Starter hatte weiterhin seine Chancen. Ein Grund mehr für das lautstarke Heimpublikum, noch einmal alle Kraftreserven zu mobilisieren und die Spieler nach Kräften zu unterstützen. In der 90. Minute dann auch der letzte Wechsel von Niko Kovac (Seferovic für Gacinovic), um die berühmten Minuten von der Uhr zu nehmen. Seferovic und Aogo hatten Augenblicke später jeweils noch ein Tor auf dem Fuß, verfehlten das Tor aber nur denkbar knapp.

Einen Konter und zwei daraus resultierende Eckbälle später war es geschafft: Ein Heimsieg zum Auftakt, der nach einer überragenden Mannschaftsleistung absolut verdient war. Die ambitionierten Gäste hatte man lange genug in Schach gehalten und so die Punkte in der Mainmetropole behalten. Jetzt geht es direkt in die Länderspielpause, danach wartet das Team von Darmstadt 98 auf unsere Mannschaft. Dort kann man den Auftakt nach Maß mit einem Derbysieg perfekt machen. Auf geht’s! 

  • 0'
    Anpfiff Icon
    Anpfiff
  • 13'
    Eintracht Frankfurt
    Goal Tor
    Alexander Meier
  • 49'
    Halbzeit Icon
    Halbzeit
  • 45'
    FC Schalke 04
    Switch Wechsel
    Breel Embolo für Franco Di Santo
  • 55'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Timothy Chandler für Szabolcs Huszti
  • 62'
    FC Schalke 04
    Switch Wechsel
    Abdul Rahman Baba für Sead Kolasinac
  • 67'
    FC Schalke 04
    Card yellow Gelbe Karte
    Uilson de Souza Paula Júnior
  • 74'
    FC Schalke 04
    Switch Wechsel
    Nabil Bentaleb für Dennis Aogo
  • 79'
    Eintracht Frankfurt
    Card red Rote Karte
    Michael Hector
  • 81'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Jesús Vallejo für Branimir Hrgota
  • 87'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Guillermo Varela
  • 88'
    Eintracht Frankfurt
    Card yellow Gelbe Karte
    Omar Mascarell
  • 89'
    FC Schalke 04
    Card yellow Gelbe Karte
    Johannes Geis
  • 90'
    Eintracht Frankfurt
    Switch Wechsel
    Haris Seferovic für Mijat Gacinovic
  • 96'
    Abpfiff Icon
    Abpfiff
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